Tag-Archiv für 'PARKO'

PARKOs @ DMMK for world domination

Auch wenn ich gestern Ellens Vortrag auf dem DMMK nicht beiwohnen konnte, bin ich mir sicher, dass er grandios war, denn mich überzeugte schon die Rohfassung im Konferenzraum “Miss Moneypenny” (tbd). Ihre Vorstellung des PARKO (liebevoll für “Partizipativer Konsument”) sorgte auf jeden Fall für reichlich Diskussionsstoff. Love him or hate him, der PARKO ist Twitter-Thema. Und hat mittlerweilse sogar sein eigenes T-Shirt bekommen:
Bisher leider noch nicht in Kooperation mit Parkotextil. Vielleicht sollten wir unsere Studie selbst auch monetarisieren? Wie wärs mit veganen zucker- und glutenfreien PARKO-Bio-Cupcakes …

Creative Commons by bossacafez
Zurück zum DMMK, dort hätte man unbedingt noch etwas mehr Macht der PARKOs gebraucht, denn die übertrieben mädchenhafte Moderation der DMMA-Verleihung war wirklich – mit Verlaub – ein Grund zum Aufregen. Vielleicht schreibe ich gleich mal eine kleine Nachricht an den Bundesverband Digitale Wirtschaft …

Dokumentation “Us Now”: Die (Neu)-Ordnung der Gesellschaft im Netz

Das Web 2.0 bietet völlig neue Möglichkeiten für seine Nutzer. Die Menschen nehmen aktiv an der Gestaltung des Mediums teil, tauschen sich aus und arbeiten über das Internet zusammen. Dass diese Entwicklung natürlich auch für Konsumenten gilt, hat kürzlich die PARKO-Studie von Zucker. herausgestellt.
Banyak Films hat nun eine 60-minütige Dokumentation veröffentlicht, die anhand anschaulicher Beispiele deutlich macht, welches Potential das Web 2.0 bietet. Vom Fussball-Verein, der online von den Fans gesteuert wird, hin zu Müttern, die sich im Netz gegenseitig Tipps zur Erziehung geben: Mittlerweile kann sich jeder im Netz einbringen. Welchen Einfluss die User dabei auch auf die Politik haben können, wird in “Us Now” verdeutlicht:

Us Now from Banyak Films on Vimeo.

(via)

Eine aktuelle Zucker.-Studie und die Macht des Web 2.0

In den letzten Jahren hat sich das Internet deutlich verändert. Von einem tendenziell rezeptiven Informationsmedium wandelte sich das Netz hin zu einem breiten interpersonalen Kommunikationsmedium, dass über zahlreiche Kommunikationskanäle verfügt. Die Zeiten der “Ich nutze nur die E-Mail, um im Internet zu kommunizieren”-User sind vorbei – im Zuge dieser Entwicklung des Web 2.0 werden immer mehr Rezipienten zu Kommunikatoren, das Internet gewinnt ungemein an Dynamik.

Auf Grundlage dieser Entwicklung konnte Zucker. einen neuen Konsumenten-Typus identifizieren, dessen Einfluss und Kommunikationsreichweite immer bedeutsamer wird.
Die Rede ist von den Partizipativen Konsumenten (PARKOs), die eine Schnittmenge aus intensiven aktiven Web 2.0-Usern und der LOHAS-Zielgruppe (Lifestyle of Health and Sustainability) bilden. Konkret sind PARKOs aktive Marktteilnehmer, die nicht nur bewusst konsumieren, sondern auf Basis ausgeprägter Nutzung des Internets aktiv und kritisch auf die Kommunikationsarbeit von Unternehmen und Marken reagieren.
Ergebnis der im Auftrag von Zucker. durchgeführten repräsentativen Studie ist, dass 21% der Bevölkerung den PARKOs zugeordnet werden kann. Ein Großteil (80%) dieser Gruppe fordert nicht nur Offenheit von Unternehmen für Verbrauchermeinungen und Kritik, sondern echte Dialogfähigkeit.
En detail sind die Ergebnisse der Studie hier einzusehen:

Deutlich wird, dass sich ein signifikanter Teil der Internet-Nutzer aktiv und kritisch and der Kommunikation im öffentlichen Cyber-Raum beteiligt. Welche Dynamik sich dabei im Web 2.0 entwickelt und welches regulative Potential diese Community hat, machen folgende Beispiele deutlich:

Auf der Webseite abgespeist.de werden Nahrungsmittel vorgestellt, die laut Hersteller und Werbebotschaft besonders gesund sein sollen. Foodwatch, der Betreiber von abgespeist.de präsentiert auf der Seite allerdings solche Produkte, bei denen Realität und Werbeversprechen weit auseinandergehen und der Konsument schlichtweg belogen wird. Besucher von abgespeist.de können dann ganz in Web 2.0-Manier vorgefertigte Beschwerde-Mails an die entsprechenden Hersteller senden, die Seite direkt Freunden weiterempfehlen oder Infoflyer, Videos und Banner herunterladen.
Erste Erfolge stellen sich bereits ein: Nach einer Protestwelle nahm Eckes-Granini die Bezeichnung “Gesunder Durstlöscher” von der Verpackung des Getränks Fruchttiger. Der Fruchttiger ist nämlich alles andere als gesund – vielmehr zerstört der Saft bei täglichem Konsum den Zahnschmelz – dem Fruchttiger ist neben natürlicher Fruchtsäure Citronensäure (E330) beigemischt.

Ein anderes Beispiel: Markus Beckedahl veröffentlichte auf netzpolitik.org ein internes Memo zur Mitarbeiter-Rasterfahndung der Deutschen Bahn. In der Folge mahnte die Bahn Beckedahl ab, forderte eine Unterlassungserklärung von dem Blogger und berief sich dabei auf den §17 UWG und den Verrat von Geschäftsgeheimnissen. Die Abmahnung stellte Beckedahl ebenfalls auf seinen Blog. Der Effekt zeigt einmal mehr, welchen Einfluss die aktiven User im Netz haben: Nach einer gigantischen Solidarisierungswelle gelang das Thema auch in die Mainstream-Medien. Der Vorfall wurde heiß diskutiert, manche sahen im Verhalten der Bahn sogar einen Angriff auf die Pressefreiheit. Mit so einer Resonanz hatte die Bahn nicht gerechnet und durch ihr Handeln einen ungewollt gegenteiligen Effekt hervorgerufen: Durch die Abmahnung wollte man das Thema schnell vom Tisch haben, doch gelang es erst dadurch in die Öffentlichkeit. In der Folge verzichtete die Bahn auf juristische Schritte gegen Beckedahl.

Sowohl die Zucker.-Studie wie die Beispiele machen deutlich: der Internet-Nutzer wird immer aktiver und kritischer – und trägt damit zu einer offenen und transparenten Kommunikationsgesellschaft bei, die zunehmenden Einfluss auf Unternehmen und deren Kommunikationsgebahren hat.