Leiden wir etwa alle an „Carborexie“?

„Zucker. ist eine grüne Agentur“, sagte man mir an meinem ersten Tag und erklärte mir stolz, dass hier der Müll getrennt wird, Ökostrom genutzt wird und alle Computer an einem Stromsparschalter (im Zucker. Jargon auch Atomschalter genannt) hängen, der jeden Abend ausgeschaltet wird… Seit einer Woche kommuniziert sogar unser Kopierer mit uns. Auf einem Pfeil neben dem Stand By-Knopf steht „Drück mich! Ich bin der Energiesparmodus“…

Als ich vor einiger Zeit die neuen Praktikantinnen durch die Agentur führte, erklärte ich selbst mit geschwollener Brust: „Wir sind eine grüne Agentur!“

Doch was habe ich heute von der Frankfurter Rundschau gelernt: Alles worauf wir so stolz sind, sind handfeste Symptome für eine psychotische Zwangserkrankung. US-Psychiater nennen die vermeintliche Öko-Sucht „Carborexie“ oder „Energie-Anorexie“. Einer der amerikanischen Spezialisten auf dem neuen Fachgebiet erkärt:

[via] Bei carborektischem Verhalten sollten die Warnlampen angehen. Wir müssen herausfinden, ob die Grenze zu einer krankhaften Störung schon erreicht ist, die Betroffenen beruflich beeinträchtigt oder ihr Denken bestimmt.

Ohjemine! Steht es so schlecht um uns Zucker.-Mitarbeiter? Ob wir eine Gemeinschaftstherapie machen sollten?! Wahrscheinlich nicht. Denn zum Glück gilt in Deutschland Umweltschutz als Tugend und nicht als Krankheit…

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