I have magazine issues …

Frauenzeitschriften an sich sind für die meisten weiblichen Zucker.-Mitarbeiterinnen mit Sicherheit nicht erst seit der professionellen Beschäftigung mit PR ein Thema. Der natürliche Entwicklungsrythmus der weiblichen Pressekonsumentin läuft fast immer in ähnlichen Bahnen ab: durch die Grundschule mit Girlfriends, von Bravo Girl! in die Pubertät eingeführt, um dann schließlich via Glamour und Elle bei Brigitte zu landen (Medien sind natürlich austauschbar). Ab circa 6 Jahren geben Publikationen Mädchen/Frauen Hilfe in Entscheidungen, die in ihrer Gravität von der perfekten Lidschatten-Nuance bis hin zu Lebenskrisen reichen (kann natürlich auch beides parallel ein Thema sein …). Inspiriert von Lauras InStyle-Post und einem unqualifizierten Kommentar dazu könnte man ja mal drüber nachdenken, welche tatsächliche Bedeutung diese kleinen „Bibeln“ haben. In den Folgen der Rezessions-Pest für weibliche Print-Publikationen (RIP Amica, Chica, Young & Sugar) grassiert eine (nicht nur professionelle) Angst, dass unsere „Leitfäden“ einfach von der Bildfläche verschwinden oder zu Online-Präsenzen zusammengestampft werden. Die Überlebenden probieren sich auf neuen Wegen (habt ihr zum Beispiel schon gemerkt, dass es auf einmal in fast allen Magazinen Bilder aus Streetstyle-Blogs oder im gleichen Look wie diese gibt?). Doch was ist die Zukunft, was interessiert Frauen vermeintlich, beziehungsweise was lesen sie dann wirklich? Und noch viel dämonischer, wie beeinflussen uns diese Medien …? Keine Sorge, ich werde hier jetzt nicht die „Gestörtes Selbstverständnis durch Joy-Konsum“-Tour fahren. Dass man so einiges, was Frauen angedichtet, ans Herz gelegt oder fast penetrant aufgezwungen wird vielleicht doch mal hinterfragen sollte, wissen ja die meisten Konsumentinnen, oder? Wenn mich die Juli-Ausgabe der Glamour mit „für immer schöne Haut“ lockt, die InStyle mir „Partnerlook für Tochter & Mutter“ erklärt und die Cosmopolitan „atemlose Lust“ verspricht – was übrigens etwas gefährlich klingt – dann muss man das ja nicht alles gleich ausprobieren. Dennoch wandern die bunten Zeitvertreibe und Bildungsstücke zu hunderttausenden über den Ladentisch. Was reizt Frauen daran herauszufinden, was man nicht alles tun muss, um „weiblich“ zu sein? Ich dachte dieses Merkmal legt sich größtenteils mit der Geburt fest. Einer meiner Lieblingsblogs pflegt eine ähnliche „Hass-Liebe“ und verfährt sehr amüsant mit den aktuellen Covern von US-Zeitschriften. Statt der Orginal-Cover-Stories werden diese „Cover Lies“ in ihre vermeintlich wahre Bedeutung umgedichtet. Auch zu empfehlen: Der Blog glossed over widmet sich weiteren „magazine issues“ (hier habe ich auch den Post-Titel geliehen). Aber mal zurück nach Deutschland und zu unserem Blog: Wie seht ihr das? Fühlt ihr euch von allen, manchen, keinen Frauenzeitschriften angesprochen? Lest ihr sie „ironisch“, als Hilfestellung oder nur aus professionellen Gründen? Habt ihr eine Lieblingszeitschrift, die genau eure Interessen abdeckt und ist das überhaupt eine Frauenzeitschrift? Natürlich sollen sich auch alle Träger des XY-Chromosoms angesprochen fühlen, die mir hoffentlich die Frage beantworten können, warum es zig Frauen- aber nur eine Handvoll Männerzeitschriften gibt. Interessieren die euch nicht? Ich bitte um Erleuchtung …

photo credit: Tiago Ribeiro

3 Kommentare
  1. Lina says:

    Tja, Evchen, was soll ich sagen?!Privat kaufe ich mir gar keine Frauenzeitschriften – die meisten Themen empfinde ich mehr als Belustigung weniger als Bereicherung: 20 Seiten Schmicktipps und 100 Werbung (Vogue, Elle) sind mir die Euros nicht wert. Das krieg ich auch so hin – hoffe ich doch;-) Die einzigen Zeitschriften, die ich mir auch privat kaufe sind der Spiegel und die Surfers. Wohl nicht wirklich Frauenzeitschriften…

  2. Lori says:

    Yes, I have!

    Es ist (zumindest bei mir) so: Die Oberklasse-„Preis-auf-Anfrage“-Magazine lese ich als eine Art Sehnsucht; weil ich eigentlich keine Probleme habe, tue ich mit den „Beispielhafte-Lösungsansätze-für-Lebenskrisen“-Heften zeitweise einfach mal so und insbesondere Modestrecken in „konventionellen“ Frauenzeitschriften bestätigen mich doch ein ums andere mal darin, mir meinen eigenen Style zu bauen.

    Fazit: I have magazine issues.

    P.s.: Es gibt natürlich auch Zeitschriften, die ich tatsächlich ernsthaft studiere! Zu diesem Zwecke empfehle ich in einer Auswahl aus den gängigen Oberkategorien: Nylon, Life&Style, Interview Magazine.

  3. Snah says:

    Ich habe das Gefühl, es gibt mehr Männer- als Frauenzeitschriften. Nur heißen die nicht so, sondern beginnen mit AUTO oder COMPUTER oder AUDIO oder FUSSBALL oder … Ok, jetzt könnte man zwar sagen, dass die ja nicht nur für Männer gemacht sind, aber ich wage mich doch mal so weit aus dem Fenster zu lehnen, dass der Anteil der Frauen bei diesen Themen verschwindend gering ist (prove me wrong). Insofern stellt sich für mich also die Frage, warum Männerzeitschriften eher thematisch zugeschnitten sind und Frauenzeitschriften (vermeintlich) generalistisch?

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