11 Uhr 11 im Zucker.Check

Bald ist der 3. März. Dieser ist nicht nur der Tag nach den Oscars. Er bietet mit dem Rosenmontag auch den Höhepunkt der diesjährigen Karnevalssaison. In Berlin kann das feuchtfröhliche Feiern mit Leichtigkeit umgangen werden, doch der ein oder andere Zucker. Mitarbeiter hat das närrische Treiben schon aus nächster Nähe erlebt. Eine interne Kurzumfrage über die Vor- und Nachteile von Karneval.

Pro
An Karneval kann jeder in andere Rollen schlüpfen. Schüchterne Frauen werden zu Teufeln, Männer brüllen als Löwen durch die Gegend. Bei Mottoparties kommen Kostüme gut an, auch die Mottowoche im Abitur war ein Knaller. Und an Karneval soll Verkleiden plötzlich uncool sein? Mitnichten! Ein bisschen Spaß muss sein. Wir erinnern uns schließlich mit Freude an unsere glücklichen Kindheitstage als Prinzessin und Indianer. Und wer sich selbst zu schön ist, der hat wenigstens endlich mal eine Ausrede, für die Verkleidung seines Haustiers.

Wann ist es sonst legitim, um 8 Uhr morgens mit dem Trinken anzufangen? Der Regel „Kein Bier vor vier“ wird selten weniger Beachtung geschenkt. Das muntert selbst die stärksten Morgenmuffel auf. Die Folge: Jecke Leute sind offen und fröhlich. So viele neue Menschen lernt man sonst nicht an einem Tag kennen! Und wer weiß, wen man auf den Straßen trifft: Es hat tatsächlich schon so manche Romanze beim Karneval begonnen…

Wem die Schnäpse um 8 Uhr morgens noch nicht so leicht die Kehle runterrutschen, der kann die Funktion des Beobachters einnehmen. Derart viele ausgelassene Menschen an einem Ort tummeln sich nicht mal im neuen Szeneclub. Was sind die neuesten Frisurentrends? Welches Getränk findet die meisten Abnehmer? Der geneigte Beobachter könnte mit Leichtigkeit eine Feldstudie starten.

Kontra

keinenarrenDie Krux mit dem Kostüm: Was ist draußen im Februar warm genug, lässt sich aber drinnen schnell zur sexy Katze umgestalten und funktioniert auch für den schnellen Gang zum Dixie-Klo? Heiß-kalt-heiß-kalt ist nicht nur eine Taktik im Dating-Game. Zusätzlich zur Funktionalität gesellt sich der Wunsch nach einer individuellen Verkleidung. Nähen ist eher schwierig? Dann weg mit dem Geld! Natürlich ist das erst der teure Auftakt. Oder wie finanzieren sich Getränke, Eintritt, Verpflegung und Co.?

Der Zwang, um 8 Uhr morgens mit dem Trinken anzufangen, um die furchtbare Karnevalsmusik zu ertragen. Und die Menschen, die ihr Limit nicht kennen. Und den Dreck auf den Straßen. Und das Gedränge in jedem Laden, den man betritt.

Der ÖPNV in Karnevalsstädten. Gnadenlos überfüllt und an diesen Tagen gespickt mit panischen Gesichtern von Nicht-Karnevalisten. Noch schlimmer: Hauptbahnhöfe, die Sammelstellen für betrunkene Bienen in zerrissenen Strumpfhosen und lallende Super Marios mit heruntergezogener Latzhose.

Die negativen Punkte wiegen schwerer. Bei Zucker. ist man sich da relativ einig: „Karneval? Ick bin Berliner, ick kann keen Karneval.“

(Bilder: Hazelares [CC BY-SA 3.0] / 8minutesold.com)