From Kaff to Big City Life – Die Reise der Zuckers.

Mit 20.000 Tonnen Rüben pro Tag ist Uelzen in Niedersachsen die größte Zuckerproduktion in Deutschland. Wichtige Standorte der Zuckererzeugung sind auch die Braunschweiger und Hildesheimer Börde, das Rheinland zwischen Bonn und Krefeld oder die Leipziger Tieflandbucht.

Noch viel viel wichtiger sind aber natürlich all die kleinen (und mittleren… und größeren) Käffer, in denen die Zuckers. produziert und großgezogen wurden. Deswegen machen wir heute eine kleine Expedition à la Kessler zu den Herkunftsorten der lieben Kollegen und geben nebenbei ziemlich gute Tipps für alle, die dem Stadtleben mal entfliehen oder neue Ecken in der Hauptstadt erkunden wollen.

Here we go!
Die Reise der Zuckers.
Unsere Reise startet in Bayern, in der bezaubernden Altstadt des bezaubernden Städtchens Bamberg, Traumstadt der Deutschen, Fränkisches Rom… Nach ausgiebigem Lustwandeln gehen wir auf den Keller und genießen die fränkische Braukunst, eine Brotzeit oder ein Schäuferla. (Es heißt übrigens wirklich „auf den Keller gehen“, weil das Bier früher unter den Schankbetrieben in unterirdischen Lagerräumen gekühlt wurde.) Auch Zell im Fichtelgebirge hat einiges zu bieten: Zum Flanieren fahren wir auf den Waldstein und stärken uns mit einer schönen Gelbwurst.

Weiter geht es in den Freistaat Sachsen. Im Erzgebirge besuchen wir das kleine Scharfenstein. Hier gibt es eine einzige Sehenswürdigkeit: die Burg Scharfenstein (die gehört übrigens zum Schlösserland Sachsen). In der Weltstadt Zittau fahren wir erst Schmalspurbahn und wandern eine Runde im Zittauer Gebirge. Natürlich bewundern wir auch die fantastische Blumenuhr und futtern anschließend Gulasch im Nachbarland.
Wer die Bamberger Altstadt schon toll fand, wird sich in Bautzen aber umgucken! Zu sehen gibt es dort viele Baudenkmäler, Türme und kleine Gassen. In Leipzig schwoofen wir durchs Barfußgässchen (und wieder zurück, weil wir keinen Platz finden) und landen in der „Tille“, dem Leipziger Berghain.

Bautzen_Flickr_CC by superscheeli

Wir pesen durch Brandenburg direkt in die Hauptstadt und wie versprochen kommen hier die Top-Tipps für Berlin und Spandau:

  1. entspannen im Tiergarten
  2. Ausstellungen im Martin-Gropius-Bau besuchen
  3. an einen See außerhalb Berlins fahren
  4. einen Nachmittag (rund um die WM) dorthin gehen, wo es weh tut: Marzahn, Lichtenberg, Britz, Marienfelde oder Reinickendorf
  5. mit dem Schlauchboot auf dem Kreuzberger Landwehrkanal in den Sonnenuntergang paddeln
  6. Berlin von oben vom Klunkerkranich aus begucken
  7. die Zitadelle Spandau besuchen (z.B. zum Open-Air-Konzert, dem Burg- oder Fledermausfest)
  8. Käsespätzle im Café Barfly essen
  9. zum Streetfood Thursday gehen

Markthalle Neun

Bei Meckpomm denkt man als erstes an die berühmte seenreiche Jungmoränenlandschaft und gleich danach an Neubrandenburg, die Stadt der vier Tore. Abgeschieden von Zivilisation und 3G-Netz kann man dahin prima flüchten, wenn die Großstadt und die ewige Erreichbarkeit mal nerven. Wir besichtigen natürlich die nahezu erhaltene Wallanlage mit den vier Stadttoren und bewundern das Rathaus – sehr zu empfehlen für alle, die auf die DDR-Version von Art Deco stehen. Naturfreunde radeln eine Runde um den Tollensesee. Dabei passiert man viele kleine Strände, die im Sommer zur Erfrischung einladen. Natürlich nackt. Ist ja schließlich der Osten.

Apropos Wasser: In Kiel in Schleswig-Holstein machen wir einen Abstecher zur „Kieler Woche“, futtern Fischbrötchen und lümmeln uns dann an den Strand.

Aus Niedersachsen kommen Christian Wulff und Lena. Und einer unserer lieben Kollegen, nämlich aus Grafeld am nordöstlichen Rand der Ankumer Höhe. Die Landschaft ist flach und moorig. Im Wald versteckt sich das alte Klosterstift Börstel, im Umland finden wir ein paar hübsche Dörfer und Baggerseen. Kulinarischer Höhepunkt sind die traditionellen Buchweizenpfannkuchen.

Auch Westfalen ist bei Zucker. ziemlich stark vertreten: Als erstes hätten wir da Bünde in der Nähe von Bielefeld. Hier gehen wir zu Emil ins Dolbi, dann zur Else zum Chillen und besuchen selbstverständlich das Zigarrenmuseum.
Zum Kreis Recklinghausen gehört die Stadt Herten. Wir gönnen uns erstmal einen Crêpe von einem der vielen kleinen Stände und steigen danach auf die Halde Hoheward mit Aussicht aufs Ruhrgebiet und seinen Zechenlandschaften. Weiter geht’s nach Wanne-Eickel und zur Cranger Kirmes – mit über vier Millionen Besuchern eines der größten Volksfeste Deutschlands. Wir stellen uns an den Steinmeister-Bierstand und betreiben Sozialstudien. Anschließend geht es zu Tassos Grill mit dem grandiosesten Gyros, der leckerste Currywurst und der netteste Bedienung der Welt (Umarmung jederzeit möglich).

Halde Hoheward, Recklinghausen_ CC by Dirk Vorderstraße

 

Ob sie Nichtschwimmerin ist, wissen wir nicht, aber immerhin kommt die werte Kollegin aus demselben Ort wir Dendemann, nämlich Menden im Sauerland. Eine verschlafene Kleinstadt, in der sich besonders Schützenfeste und Handballspiele großer Beliebtheit erfreuen.

Hessen vergisst man ja ganz gerne mal, aber wir würden auf keinen Fall den Kram- und Viehmarkt in Bad Arolsen verpassen, immerhin das größte Volksfest Nordhessens. Dann bevölkern Millionen Menschen die Kleinstadt und man übersieht leicht den bemerkenswerten barocken Stadtgrundriss in der Nähe des Arolser Schlosses (in dem übrigens immer noch der Fürst wohnt).

Bei Freiburg, im schönen Baden-Württemberg liegt Riegel am Kaiserstuhl. Hier saugt man Riegeler Bier und Kaiserstühler Wein mit der Muttermilch auf. Letzterer ist ausdrücklich zu empfehlen, weil der Kaiserstuhl zu Deutschlands wärmsten und sonnenreichsten Regionen zählt. Wir erklimmen den Michaelsberg und haben eine super Aussicht auf den Schwarzwald bis zu den Vogesen.
Jetzt müssten wir eigentlich noch nach Karlsruhe. Aber da gibt es nichts, da kann man als Rentner hin.

Pour finir en beauté: Zum Schluss reisen wir noch schnell nach Paris und essen Sahnewindbeutel im „La Maison du Chou“, Place de Furstenberg im 5. Arrondissement.

Und dann schnell zurück ins geliebte Berlin!

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