Angesteckt: Zucker. im Sneakers-Fieber

Sneakers-Fieber

In den 90ern galt der Bausparvertrag noch als sinnvollste und bodenständigste Option, in die eigene Zukunft zu investieren (zumindest für mich als Schwabe). Doch die Zeiten sind längst passé. Sneakers sind DIE Wertanlage der Stunde. Richtig gelesen: Turnschuhe. Fachgeschäfte für eben diese schießen in den hippsten Ecken deutscher Metropolen wie Unkraut aus dem Boden, Nike, Adidas, Asics und Co. kloppen neue Modelle im Minutentakt raus, und nach initialem Augenkontakt schwenkt der Blick beim ersten Kennenlernen mittlerweile zumeist nach unten aufs Schuhwerk. Sneakers – der umweltfreundliche Ferrari des kleinen Mannes. Wie schaut es aber konkret mit der Turnschuhliebe bei einer der zentralen Schaltstellen der Hipness aus? Wir haben einen Blick unter die Schreibtische von Team Zucker. geworfen. Die Ergebnisse sind radikal, atemberaubend, revolutionär…ach, lest und schaut doch selbst!

Die lobenswerteste Erkenntnis zuerst: Das Team Zucker. orientiert sich nicht an gängigen Mainstream-Trends. Hier herrscht wahre Individualität, der Schuh ist eine quasi in Gummi gepresste, in Leder geritzte Fortführung des innersten Ichs. Aber verlieren wir uns nicht in philosophischen Ergüssen, sondern fokussieren uns auf Fakten, sprich: Welche Treter-Vertreter haben wir?

Von simpel bis ausgefallen: Zucker. hat sie alle

Sneakers-Fieber: G-StarIn der Chef-Etage hätten wir mit Matthias ein Exemplar, das sich aus alterstechnischen Gründen zwar nicht mehr zur Sneakers-Zielgruppe zählt, aber dennoch dieses eine ominöse Paar besitzt. G-Star, high top, er selbst bezeichnet den Schuh als „verhalten“. Drei Jahre hat er auf dem Buckel und das sieht man ihm auch an. Hauptgrund: Wenn’s musikalisch zur Sache geht, kommt er zum Einsatz. So wird beim Abrocken der Sneakers selbiger Prozedur unterzogen. Das Kind im Manne kommt hier unverhohlen zum Vorschein: „Damit breche ich ganz klar mit dem Versuch, in Würde zu altern!“ Richtig so.

Sneakers-Fieber: Puma Rudolf Dassler SchuhfabrikAuch Olivers favorisiertes Turnschuhpaar hat schon so einiges mitgemacht bzw. zu sehen bekommen. Ins Detail wollen wir hier nicht, aber sagen wir mal so: Sie durften schon den halben Globus bereisen inklusive ausführlicher Dschungeltour in Vietnam. Und dafür sehen sie wirklich noch dufte aus, Chapeau! Vor allem, wenn man bedenkt, dass wir bei diesem Puma-Modell ein äußerst seltenes vorliegen haben. Es handelt sich nämlich um die sogenannte Rudolf Dassler Schuhfabrik Kollektion, die sich leider nie wirklich durchsetzen konnte. Ein Glücksfall für Oliver, denn so darf er einen Sneaker sein eigen nennen, der einem nicht an jeder Ecke entgegen schlappt.

Überraschenderweise haben wir auch eine kleine, aber feine Hummel-Fraktion unter uns. Das ist definitiv ein Schuh, mit dem man nichts falsch macht, Daniel und Marc sind also auf der sicheren Seite des Style-Kosmos.

Sneakers-Fieber: Hummel Sneakers-Fieber: Hummel

Klassische Form, klare Linien, kein Klimbim, gute Farben. Marc hat sich sein zweites Paar erst vor wenigen Tagen zugelegt und spricht schon davon, einen kleinen, aber feinen Hummel-Fetisch zu entwickeln. Warten wir mal ab, wohin das noch führt. Ausprobieren möchte ich jetzt aber auch einen, denn laut Marc ist der Tragekomfort großartig… „als würdest du mit ihnen kuscheln!“ So viel Zuneigung wünsche ich mir auch mal von meinen Nikes.

Sneakers? Mehr als nur Schuhe!

Sneakers-Fieber: Nike HuaracheApropos Nikes: Für mich sind sie ja neben all den vielerlei Jordan-Modellen die Sneakers-Liebe schlechthin. Angefangen hat es vor über 15 Jahren mit dem 1er Air Max (der mich quasi entjungferte) gefolgt von Air Max Light, Air Raid und neuerdings auch Roshe Runs und dem Huarache. Letzterer scheint gerade stramm auf dem Vormarsch zu sein, aber das kann man diesem wunderhübschen Kerlchen auch einfach nicht verübeln. Falls ihr selbst einen wollt: Immer mindestens eine Größe größer nehmen, fällt extrem klein aus. Lässt eure Sneakers-Credibility aber extrem groß erscheinen.

Der nächst größere Player auf dem Markt ist natürlich Adidas. Für das Klassikermodell Stan Smith hat sich die liebe Charlotte entschieden, ganz getreu dem Motto „Gut getarnt durch den Berliner Großstadt-Dschungel“.

Sneakers-Fieber: Adidas Stan SmithDass dieser Schuh in den hiesigen Gefilden weit verbreitet ist, weiß Charlotte natürlich auch. Aber Individualität hin oder her, ich sage immer: Wahrer Style entsteht erst durch die Kombination und das Gesamtoutfit. Und da ist meine Kollegin ganz weit vorne. Wie Leo und Kate auf der Titanic, you know what I mean?

Sneakers-Fieber: New Balance Sneakers-Fieber: New Balance

New Balance-Vertreterinnen hätten wir auch noch vorzuweisen. Da ja auch bei uns ganz Agentur-getreu immer alles schnell, schnell erledigt werden muss, hat es durchaus Vorteile, einen Running-Schuh am Fuß zu haben. Für Ines fiel die Wahl auf dieses Modell aus ganz pragmatischen Gründen: Schwarz müssen sie sein, ganz schwarz. Wie die Nacht. Ohne Mond und Sterne. Ihre Vans Authentic in schwarz (Überraschung!) waren ihr auf Dauer dann doch zu langweilig, weswegen sie sich nach langer Suche für diesen formschönen New Balance entschied. Mit den weißen Parts versucht sie sich noch zu arrangieren…irgendwie. Kirstens blaues Modell hat hingegen schon zwei Jahre auf dem Buckel und durfte schon jede Menge Open-Air-Staub während ihres ersten Sommers in der Hauptstadt aufwirbeln. Dafür, dass sie eigentlich sonst lieber Lederschuhe trägt, hat sie mit diesem Paar äußerst stilsicher gehandelt.

Das Sneakers-Virus greift um sich

Sneakers-Fieber: KawasakiKollegin Kathy ist da aus ganz anderem Holz geschnitzt: Mit ihrem pinken Kawasaki-Flitzer ist sie flott unterwegs und bringt prägnant auf den Punkt, was jeder Sneakersfreak sich einmal quer übers Herz tätowiert hat: „Sneakers gehen immer!“ Ende der Diskussion.

Sneakers-Fieber: Converse ChucksEin Klassiker darf natürlich nicht fehlen: Chucks. Und ich spreche hier nicht von ganz vielen Chuck Norrises mit noch mehr Roundhouse-Kicks im Gepäck. Nein, es geht um diesen zeitlosen Stoffschuh von Converse, der in Compton genauso wie in Kopenhagen gerockt wird. Ein globales Phänomen, dem man sich nur schwer entziehen kann. Svenja findet die Wahl generell eher unspektakulär, kann aber auf eine innige, bereits 27 Jahre andauernde Beziehung mit dieser Marke zurückblicken. Getragen werden sie immer so lange, bis sie auseinanderfallen. Dann kommt ein neues Paar ins Haus. Pragmatik at its best. Michelles Liebelei mit den Chucks läuft noch nicht ganz so lange, aber auch dieses zarte Pflänzchen scheint zur großen Liebe zu werden. Sobald das Wetter passt, werden sie angezogen und jedes Jahr kommt ein weiteres Paar in neuer Farbe dazu. Sammel-Leidenschaft, ick hör dir trapsen!

Sneakers-Fieber: Nike, Chucks, Adidas, HUBDas auf der Treppe wundervoll arrangierte Turnschuh-Bouquet zeigt außerdem noch Lucas in seinen ledernen HUB-Hightops. Wobei Leder hier eine irreführende und amateurhafte Vereinfachung ist. Hier muss beispielsweise zwischen dem Fettleder im vorderen Bereich und dem Rauleder im Fersenbereich unterschieden werden. Wahrscheinlich einfach nur kluges Marketing in Kooperation mit der Schuhpflegeindustrie, denn Lucas ist mittlerweile Besitzer drei verschiedener Pflegeprodukte für die anscheinend so unterschiedlichen Ledertypen. Und ich dachte bislang noch, dass Ledertypen die Kuttenträger von den Hell’s Angels sind. Gedacht hat sich auch Benjamin so einiges, bevor er zum Nike SB Stefan Janoski Max griff. Eigentlich wollte er einen Roshe Run, entschied sich aufgrund des schlaffen Meshs und der Schlauchboot-Sohle dann doch für den Janoski. Impulskäufe gibt es bei ihm nur bei alltäglichen Nebenbei-Anschaffungen wie zum Beispiel einem neuen Fernseher. Bei Marie gab es kein langes Hin und Her, es war Liebe auf den ersten Blick: Ganz nach der modernen Version des Mottos „Veni, Vidi, Vici“ (gesehen, gegoogelt, gekauft) fiel ihre Wahl auf den Adidas Originals SL 72 Vintage Adistar Racer. Frische Farben, Oldschool-Look, passte sofort perfekt. Was will man mehr? Eben.

Wer sich jetzt noch weiter in die bizarre Welt der Schuh-Fanatiker wagen möchte, sollte unbedingt mal auf der Seite von Sneakerpedia vorbeischauen. Aber Obacht: Infiziert ist man mit dem Virus schnell, ihn loskriegen wird man hingehen nur schwer. Und sagt nicht, wir hätten euch nicht gewarnt…

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