Mit Mark Twain gegen den Herbstblues

Grauer Himmel, kalt-nasse Luft, gefühlt dauerhafte Dunkelheit: Ja, der herbstwinterliche Übergang ist alles, nur nicht schön, und es ist wirklich niemandem zu verübeln, wenn man an Tagen wie diesen sein Zuhause nicht verlassen möchte. Viele lässt die Sehnsucht nach Sommer und Wärme deshalb in eine Art Herbstblues verfallen und es scheint, als gebe es nur wenig, was dagegen hilft. In erster Linie eigentlich nur eine wunderbar kuschelige, warme und gemütliche Kombination der Worte Sofa und Serien, da das aktuelle Fernsehprogramm einen nur noch depressiver werden lässt. Wirklich? Nicht ganz! Denn ein gutes Buch ist manchmal die perfekte Fluchtmöglichkeit aus dem grau-kalten Herbstblues.

Das wusste auch schon Mark Twain, der einmal weise sagte: „Books are for people who wish they were somewhere else.“ Twain persönlich war auch gern woanders und liebte das Reisen. In 75 Lebensjahren überquerte er ganze 29 Mal den Atlantik, obwohl er am allerliebsten eigentlich auf den Bermuda-Inseln verweilte. Weshalb diese ihren heutigen Ruf als Urlaubsparadies übrigens in erster Linie Mark Twains guten Empfehlungen zu verdanken haben: „You can go to heaven if you want. I’d rather stay in Bermuda.“

Wäre er allerdings für immer auf den Bermudas geblieben, hätte er sich wohl nie den Ruf als Globetrotter erarbeiten können. Auf seinen unzähligen Reisen war Twain oft auch in Deutschland unterwegs. Lebte und arbeitete hier 1891 einige Monate lang in Berlin und dinierte sogar mit dem Kaiser, der sich als großer Fan seiner Reiseberichte erwies. Besonders soll er einen Ausschnitt über Heidelberg aus Twains Reiseführer „Bummel durch Europa“ gemocht haben. Twain selbst mochte in Heidelberg vor allem die Heidelbeeren (engl. Huckleberries), die ihn einer Legende nach zu der Figur inspiriert haben, die ihn als Autor weltweit etablierte. Jahre nach seinem Tod stellte Ernest Hemingway fest: „All modern American literature comes from one book by Mark Twain called Huckleberry Finn. American writing comes from that. There was nothing before. There has been nothing as good since.”

Warum also nicht die Beine ausstrecken, sich zurücklehnen und mit Mark Twain etwas Realitätsflucht betreiben oder sich für den Sommer schon mal zu einer nächsten Reise inspirieren lassen? Der Mann hatte schließlich Ahnung.

PS: Am 30. November wäre der Schriftsteller übrigens 180 Jahre alt geworden. Auf AbeBooks.de gibt es aus diesem Anlass eine Mark-Twain-Themenseite mit noch mehr spannenden Geschichten aus seinem ungewöhnlichen Leben. Aber natürlich auch tausende Bücher, die einen gut und sicher durch den Herbstblues bringen.

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