Aufmerksamkeit: das kostbare Gut der PR-Branche. Ein Zucker.Kommentar

Aufmerksamkeit zu erzeugen ist das A und O in der Öffentlichkeitsarbeit, um die eigenen Themen zwischen all den gesellschaftlichen Einflüssen in den Fokus zu rücken. Wir sind mittlerweile nahezu abhängig von äußerer Stimulation. Die neuesten News im Netz auf Facebook, Instagram und Co werden gecheckt – während die Ohren durch Musik abgeschirmt sind – am Handy oder auf den Bildschirmen in der Bahn. Nachrichten werden verschickt und das Leben zieht sich ins Virtuelle.

Das Ringen um Aufmerksamkeit zwischen den einzelnen Themen ist ein echter Kampf, da unsere eigene Aufmerksamkeitsspanne gut getaktet ist und wir uns genau überlegen müssen, wem oder was wir unser kostbares Gut widmen. Gleichzeitig bemerken wir nicht, wie wir durch unsere Umwelt gesteuert werden. Medien verpacken Reize wie Appetithäppchen, denen unser Gehirn nicht widerstehen kann. Wir sind nahezu süchtig nach eben dieser Stimulation. Durch unsere durchgestylte Umwelt erscheint die natürliche Welt regelrecht langweilig und Reize werden essenziell für uns.

Theoretiker stellen sich die Frage, ob der Mensch überhaupt selbstbestimmt wählen kann, welchen Reizen er sich aussetzt und vor allem, welche Reize er auf sich wirken lässt. Frei zu wählen, würde in der Definition von Freiheit die Fähigkeit des authentischen Selbst voraussetzen, ungehindert seine Präferenzen zu befriedigen. Die Vernunft hat dabei den Stellenwert, die besten Mittel zur Erreichung der eigenen Ziele zu wählen. Doch worauf beruhen unsere Präferenzen?

Manchmal vergessen wir, dass unser Unterbewusstsein aktiv für uns filtert und wir in einer Welt von gesellschaftlichem Druck leben. Diesen nehmen wir vermutlich gar nicht bewusst wahr. Es ist zur Normalität geworden, up-to-date sein zu müssen und bei gesellschaftlichen Themen mitreden zu können. Das Netz spiegelt durch Datensammlung unsere Vorlieben und Interessen und gibt uns Suchergebnisse aus, die auf uns abgeschnitten sind. Es ist umstritten, ob wir dabei noch die Möglichkeit haben, unseren Präferenzen frei nachzugehen.

Für die Werbebranche ist es zur Normalität geworden, die wenigen Momente der vollen Aufmerksamkeit der Menschen zu nutzen. Beispielsweise werden in Flugzeugen unter den nützlichen Klapptischen mittlerweile nicht selten Werbungen platziert. Das gleiche Phänomen findet sich am Stehpinkler oder beim Sicherheitscheck am Flughafen. Unsere Wahrnehmung kann sich den bunten Werbetafeln kaum entziehen – in Situationen des Wartens. Ob wir wollen oder nicht, wir werden beeinflusst.

Böse Zungen sehen die PR als das Manipulationsinstrument überhaupt. Wird aber ein genauerer Blick darauf geworfen, werden lediglich die Bedürfnisse der Gesellschaft erfasst, gefiltert und befriedigt. PR hilft, im riesigen Haifischbecken der Reizüberflutung einen roten Faden zu ziehen und die geringe Aufmerksamkeitsspanne der Zielgruppen punktgenau zu erwischen und zu befriedigen. Da darf es auch mal etwas verrückter ausfallen. Und dem Einfallsreichtum bei Zucker. sind keine Grenzen gesetzt.

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