Zucker. ist… back!

Nachdem unser „Zucker. ist“-Fragebogen sage und schreibe fünf Jahre nicht mehr ausgefüllt wurde, ist es an der Zeit, mal wieder ein paar Zucker.Schnuten vorzustellen.

Unsere langjährigen Zucker.Kolleginnen Jennifer, Kathy und Jelka sind dem täglichen Agentur-Wahnsinn seither treu geblieben. Doch natürlich gibt es mittlerweile zahlreiche „neue“ fleißige Bienchen, die unseren Server täglich zum Brummen bringen. Den Anfang macht Christina – Weltenbummlerin und Indie-Fan.

Wintertristesse Adé!

Endlich: Sommer, Sonne, Sonnenschein. Sehnsüchtig haben wir auf ihn gewartet, den Sommer. Doch ist er einmal richtig da, gibt es gleich eine Reihe an Begleiterscheinungen, die Kolleginnen und Kollegen im Agenturalltag vor eine Herausforderung stellen. 🙂 

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Ein Spritz in der Feierabendsonne – herrliche Abkühlung. Wer kennt es nicht? Doch: Wo bleibt bei dieser Hitze die Abkühlung im Büro? Wir haben einmal bei den Zucker-Mitarbeitern nachgefragt, womit sie sich die hochsommerlichen Tage im Office erträglicher machen.

Mitarbeiterin Lena schwört auf die kühle Brise ihres praktisch per USB-Anschluss nutzbaren Tisch-Ventilators, der dieser Tage tatkräftig in Betrieb genommen wird.

 

Eine Portion Frische-Kick gefällig? Anna vertraut hier auf die Abkühlung aus der Sprühflasche und teilt die sommerliche Erfrischung ihres Wasser-Sprays gern mit allen Kollegen, die zwischen Medienkontakt und Eventplanung ins Schwitzen geraten.

Auch hilfreich: Offenes Schuhwerk, damit unter dem Schreibtisch nicht die Füße qualmen. Ganz Lifestyle-Agentur beweisen die Zucker.-Mitarbeiter hierbei modisches Gespür und sorgen für ein abwechslungsreiches Fashion-Programm von Birkenstock bis Badelatsch.

 

„All scream for ice cream“ – Denn wenn nichts anderes hilft, hilft ein kühles Eis immer! Deshalb gehört für Christina diese Abkühlung zum Sommer wie das kühle Radler zum Feierabend.

Und bis es soweit ist: Nicht verzagen, Kopf ins Gefrierfach & auf den baldigen Feierabend am See freuen!

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Zucker. wünscht allen einen schönen Sommer!

Es wird härter: Zweite Phase der Cannes Lions PR Jury-Arbeit

Seit drei Tagen arbeiten wir uns in kleinen Gruppen durch hunderte Einreichungen für eine erste Version der Shortlist. Nun beginnt der schwerste Teil unseres Weges. Mit dem heutigen Freitag sitzen 21 PR-Profis zusammen und gehen die besten Kampagnen der ersten Runde erneut durch.

Was bedeutet PR in 2017?

Anders ist vor allem der Umfang: Mehr als das Doppelte gilt es an einem Tag zu bewerten. Und so ist dieser Tag lang. Zunehmend fallen ungeahnte Herausforderungen auf. Insbesondere frage ich mich, wer die einzelnen Subkategorien definiert hat. Neben FMCG gibt es „Durable Consumer Goods“. Die Kategorie „Business Citizenship“ gibt es einmal als Version „CSR“ und einmal als Version „Environmental“. Non-Profit löst sich gefühlt in fünf weiteren Kategorien auf. Die Abgrenzung fällt schwer. Folge ist, dass manch gute Kampagne durch die Kategorie-Eingrenzung nicht mehr passt.

Aber das ist alles kein echtes Problem verglichen mit jenem, was alle hier zu beschäftigen beginnt. Und das ist die Suche nach der Antwort auf die Frage: „Was bedeutet PR in 2017?“

Ich wage eine Zusammenfassung der beiden stärksten Strömungen: Gilt es, die PR heute neu zu definieren? Oder gilt es, den Platz der PR in der Kommunikationswelt zu behaupten?

Quelle der Diskussion sind hunderte Einreichungen, die eindeutig Marketing bzw. Werbung sind und via eingekaufter Multiplikatoren – sprich: Influencer – auf enorme Reichweiten kommen. Dies mündet oft in dem Glauben, Reichweite sei Relevanz. Demgegenüber betonen Case-Filme, sie hätten keinen (!) Influencer einkaufen müssen.

Es ist beruhigend, dass ein sehr großer Anteil der Einreichungen vor allem PR ist und bleibt, das heißt: exzellentes Storytelling aus einer sehr guten, cleveren Idee heraus.

Einige der besten Kampagnenmacher gehen dafür einen Schritt weiter: Nicht das eigentlich zu kommunizierende Produkt oder Unternehmen steht im Themenfokus, sondern es wird ein Produkt dafür geschaffen. Hieraus entwickeln die Kommunikatoren ihre Geschichte. Ein interessanter Ausblick.

Das Pilgern geht weiter

Samstag und Sonntag werden die intensivsten Tage, so erzählen die erfahrenen Juroren. Bevor wir also den heiligen Gral bzw. Grand Slam und Edelmetalle vergeben, steht eine spannende Diskussion an. Zwei Tage ohne Sonne – und mittlerweile verteilte Decken für die engagiert kühlende Klimaanlage (!) – 21 Juroren aus 18 Ländern mit zwei bis 20 Meinungen.

Doch nichts kann einen wahren Pilger schocken.
Was passiert noch so in Cannes? Den ersten Artikel von der Côte d’Azur gibt es hier.

Ein Pilgerweg durch das Heilige Land der weltweiten PR-Champions

Eigentlich wollte ich in diesen Wochen auf dem Jakobsweg pilgern. Eigentlich. Stattdessen wird mir die große Ehre zuteil, als Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Zucker. in der PR-Jury der diesjährigen Cannes Lions zu sitzen. So die Zeit es erlaubt, werde ich zwischen stundenlangen Sitzungen in klimatisierten Meetingräumen auf unseren Agentur-Socials berichten. Auch davon, weshalb meine Jurytätigkeit an der Côte d’Azur zu einer Pilgerreise der anderen Art mutiert.

Jury-Arbeit für die Cannes Lions beginnt

Begegnet man der Juryarbeit in Cannes wie einer Pilgerreise, so ist das anfangs wichtigste Gelübde, jene Kampagnen zu finden, die es verdienen, als die heilige Reliquie des diesjährigen Festivals verehrt zu werden. Zeichen dieser Wallfahrt sind die Trophäen. Als Wegbegleiter sind wir Juroren dazu da, den Pfad zu gehen, die relevanten Sehenswürdigkeiten zu kartografieren und später den heiligen Schrein mit all seinen Gold-, Silber- und Bronze-Heiligtümern zu öffnen.

Ab Sonntag dann strömen die Wallfahrer ins verträumte Cannes und machen aus der Croisette einen Laufsteg der Kreativen. Aktuell, an den ersten Tagen der Vorbereitung, ist die Croisette geradezu leer. Ein paar Ferntouristen und die üblichen Sommergäste sitzen in den Cafés, am Strand oder auf einer der Yachten, die man sicher eher nicht mit PR-Arbeit finanziert bekommt.

Wir Juroren dürfen derweil in kleinen Gruppen und stark klimatisierten Meetingräumen unsere selig machende Arbeit verrichten. Nach rund 100 Filmen gestern und 180 Einreichungen heute fällt der Gang zum Meer nicht so leicht. Acht Stunden Kunstlicht verderben einem die erste Stunde in der Sommerhitze von Cannes. Doch wer pilgert, darf nicht klagen.

Erste Eindrücke aus Cannes

Was die 21-köpfige Gruppe erwartet, lässt sich aus Vertraulichkeitsgründen nur in relativen Zahlen ausdrücken: In der PR fanden fünf Prozent aller Einreichungen Eingang. In etwa so viele, wie im letzten Jahr. Diese Menge galt es, schon vor der Cannes-Jury-Woche in einer Vorbewertung online zu reduzieren. Das hat halbwegs gut geklappt, auf uns wartet noch immer eine vierstellige Zahl an Filmen. Diese sehen wir teilweise fünf- bis sechsmal in dieser Zeit. Je näher zum Wochenende, desto hitziger werden Ansatz, Sinn und Wirkung diskutiert.

Am Ende der Woche, am Samstag, sollten maximal zehn Prozent übrig sein, die dann aus einer ersten Shortlist erstmals in die Nähe der Reliquie rücken. Von da an wird es anstrengender, denn bis Sonntag wird die gesamte PR-Jury die begehrten Platzierungen – Bronze, Silber und Gold – auswählen.

Mein erster Eindruck: Diese Wallfahrt ist eine Herausforderung erster Güte. Der Grund ist, dass sich die verschiedenen Religionen nicht ganz einig sind, wie die heilige Disziplin der PR denn nun zuzuordnen ist. Das mag daran liegen, dass die PR erst seit acht Jahren Teil des Cannes Lions-Festivals ist. Die DNA der Cannes Lions ist die Werbung, und so spielt auch die PR mit ihren 42 Subkategorien mit im Chor der werblichen Kommunikation.

Die Pilgerreise findet an anderer Stelle eine nette Analogie: Wir reisen als Fremde durch 77 teils unbekannte (PR-/Werbe-)Länder, die starke Einreichungen präsentieren. Vorneweg warten Lateinamerika mit Peru, Ecuador, Kolumbien sowie auch Indien und der asiatische Raum – einschließlich des noch nicht ganz von der Staatskultur befreiten Vietnam – mit vielen Kampagnen auf.

Was waren Printmedien noch gleich?

Die Machart der Einreichungen ist in einem Punkt sehr eindeutig: Paid Media und Digital sind fester, wenn nicht Kernbestandteil und finden überall in verschiedenen Rollen statt. Quelle großer Reichweiten sind überwiegend die sozialen, nicht die klassischen PR-Medien. Kennt Cannes 2017 überhaupt noch Tageszeitungen und Publikumsmedien? Und so fliegen in jedem dritten Casefilm eine Menge Emojis und Snippets aus Facebook- und Twitterposts über den Screen. „Awesome“, „overwhelming“, „massive sales increasing“ gehören zu den meist verwendeten Begriffen. Alle Kampagnenreichweiten zusammengezählt – es wird sich hier vor allem auf unbestimmte Größen wie „1.2 billion“ (weitere Detaillierung fehlt häufig) oder Impressions bezogen – müsste die Erdbevölkerung im letzten Jahr etwa 2.000 Mal vollständig erreicht worden sein.

Für einen Neuling auf dem Pfad ist die schiere Menge an Einreichungen nur die einer der Nachteile. Der andere ist, dass einem in jeder Kategorie – sei es FMCG, Food, Audience Targeted/Engagement oder Citizenship – reichlich bekannte Grundmuster entgegengeworfen werden. Nicht selten die gleichen Ausschnitte aus der Weltlage des vergangenen Jahres, die als Ausgangspunkt der Kampagnen dienen. Vorneweg: Trump und seine Wahlslogans. Danach folgen über alle Subkategorien hinweg Cannes-relevante Anlässe, wie die Olympischen Spiele (von allen Seiten als Challenge genutzt) und sämtliche Events rund um LGBT. Evergreens, wie Müll – ob im Meer, an Land oder der Luft – sowie Diversity, Hunde und Kinder sind weitere Sujets, aus denen auch wirklich gute Kampagnen zusammengestellt sind. Und Kunst. Überhaupt ist Kunst häufig ein Bindeglied zwischen den benannten Events und Stereotypen.

Zwei Dinge vermisse ich bei den in drei Tagen bewerteten Einreichungen: Echte, reine PR-Stunts, die ohne die genannten Anlässe oder Cannes-Stereotypen auskommen. Und: Die geringe Beteiligung deutscher Agenturen oder Kampagnen. Selbst Peru ist stärker vertreten.

Aber trotz der kleinen benannten Kritik ist Cannes vor allem eine sehr lebendige Plattform einiger herausragender Ideen, denen ich nahezu verehrend meine Votes gebe. Diese sind in neun Punkte geteilt, wir benennen sie als „lines“: rot = „kein Shortlist-Kandidat“, gelb = „könnte diskutiert werden“, grün = „eine Siegerkampagne“.

Und hinter mir liegt erst der Anfang des Pilgerwegs.