Es wird härter: Zweite Phase der Cannes Lions PR Jury-Arbeit

Seit drei Tagen arbeiten wir uns in kleinen Gruppen durch hunderte Einreichungen für eine erste Version der Shortlist. Nun beginnt der schwerste Teil unseres Weges. Mit dem heutigen Freitag sitzen 21 PR-Profis zusammen und gehen die besten Kampagnen der ersten Runde erneut durch.

Was bedeutet PR in 2017?

Anders ist vor allem der Umfang: Mehr als das Doppelte gilt es an einem Tag zu bewerten. Und so ist dieser Tag lang. Zunehmend fallen ungeahnte Herausforderungen auf. Insbesondere frage ich mich, wer die einzelnen Subkategorien definiert hat. Neben FMCG gibt es „Durable Consumer Goods“. Die Kategorie „Business Citizenship“ gibt es einmal als Version „CSR“ und einmal als Version „Environmental“. Non-Profit löst sich gefühlt in fünf weiteren Kategorien auf. Die Abgrenzung fällt schwer. Folge ist, dass manch gute Kampagne durch die Kategorie-Eingrenzung nicht mehr passt.

Aber das ist alles kein echtes Problem verglichen mit jenem, was alle hier zu beschäftigen beginnt. Und das ist die Suche nach der Antwort auf die Frage: „Was bedeutet PR in 2017?“

Ich wage eine Zusammenfassung der beiden stärksten Strömungen: Gilt es, die PR heute neu zu definieren? Oder gilt es, den Platz der PR in der Kommunikationswelt zu behaupten?

Quelle der Diskussion sind hunderte Einreichungen, die eindeutig Marketing bzw. Werbung sind und via eingekaufter Multiplikatoren – sprich: Influencer – auf enorme Reichweiten kommen. Dies mündet oft in dem Glauben, Reichweite sei Relevanz. Demgegenüber betonen Case-Filme, sie hätten keinen (!) Influencer einkaufen müssen.

Es ist beruhigend, dass ein sehr großer Anteil der Einreichungen vor allem PR ist und bleibt, das heißt: exzellentes Storytelling aus einer sehr guten, cleveren Idee heraus.

Einige der besten Kampagnenmacher gehen dafür einen Schritt weiter: Nicht das eigentlich zu kommunizierende Produkt oder Unternehmen steht im Themenfokus, sondern es wird ein Produkt dafür geschaffen. Hieraus entwickeln die Kommunikatoren ihre Geschichte. Ein interessanter Ausblick.

Das Pilgern geht weiter

Samstag und Sonntag werden die intensivsten Tage, so erzählen die erfahrenen Juroren. Bevor wir also den heiligen Gral bzw. Grand Slam und Edelmetalle vergeben, steht eine spannende Diskussion an. Zwei Tage ohne Sonne – und mittlerweile verteilte Decken für die engagiert kühlende Klimaanlage (!) – 21 Juroren aus 18 Ländern mit zwei bis 20 Meinungen.

Doch nichts kann einen wahren Pilger schocken.
Was passiert noch so in Cannes? Den ersten Artikel von der Côte d’Azur gibt es hier.

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