Im Podcast-Fieber: Wenn du was zu erzählen hast, hör ich dir gerne zu

Ob zum Einschlafen, zum Überbrücken langweiliger U-Bahn-Fahrten oder zum Erweitern des Horizonts – Podcasts etablieren sich für viele zum immer festeren Bestandteil der alltäglichen Mediennutzung. Die Audiodateien können über Apps oder Musik-Streamingdienste angehört werden; so mischt seit neuestem zum Beispiel auch Audible beim Podcast-Trend mit. Um sich in der ganzen Podcast-Flut ein wenig zurechtzufinden, wollen wir euch heute ein paar Perlen empfehlen.

Laber-Rhabarber

Sogenannte Laber-Podcasts sind in der Öffentlichkeit nicht immer leicht zu hören. Viel zu oft muss man sich zusammenreißen, nicht laut loszulachen oder zumindest doof zu grinsen und komische Blicke von den unwissenden Mitmenschen zu ernten. Der wohl bekannteste Podcast aus dieser Kategorie dürfte „Fest & Flauschig“ sein und bedarf deswegen keiner näheren Erläuterung. Ähnlich wie das Dreamteam Schulz & Böhmermann unterhalten sich auch Oliver Polak und Micky Beisenherz über dies und das und jenes. Wer die beiden aus dem WDR-Format „Das Lachen der anderen“ kennt, weiß, dass sie kein Blatt vor den Mund nehmen und derbe Sprüche zur Tagesordnung gehören. Aber dass dabei dennoch – oder gerade deswegen – authentische und manchmal tiefsinnige Gespräche herauskommen, könnt ihr in ihrem Podcast „Juwelen im Morast der Langeweile“ nachhören.

Dass solche Laber-Podcasts nicht immer von zwei Männern geführt werden müssen, beweist „Herrengedeck“, der Podcast von den beiden Berlinerinnen Ariane und Laura. Wie der Name vermuten lässt, erzählen sie bei Bier und Korn über die kleinen Dinge des Alltags, zum Beispiel  Ängste vor dem Alleine-Fahrstuhlfahren oder alte Brillen- und Kontaktlinsengeschichten. Gemischt mit viel Humor kommen dabei interessante und witzige Gespräche heraus, bei denen man nie müde wird zuzuhören.

Ronja von Rönne und Tilman Rammstedt hingegen, wollen mit ihrem Podcast …uns fragt ja keiner“ den ungeklärten Fragen des Internets auf den Grund gehen. In Internetforen wie gutefrage.de suchen Menschen täglich Ratschläge, doch erhalten nicht immer Antworten. Aus diesem Grund beantworten von Rönne und Rammstedt genau die Fragen, die bisher unbeantwortet blieben. In Hinblick auf das unerschöpfliche Archiv „Internet“ dürften dabei unzählige Fragen und somit unzählige Folgen zustande kommen. Wir sind gespannt und warten wissbegierig.

Wissen to go

Apropos Wissen. Viele Podcasts widmen sich objektiv einem bestimmten Themengebiet und eignen sich somit hervorragend als kleine Weiterbildung für zwischendurch. Deutschlandfunk Nova zum Beispiel umreißt in „Eine Stunde History“ ein weltgeschichtliches Ereignis pro Folge. Von dem Hambacher Fest 1832 über die OktoberrevoIution 1917 bis hin zur Hungerkatastrophe in Ungarn 1932 werden die unterschiedlichsten Begebenheiten beleuchtet.

Im Gegensatz dazu bleibt das Thema in dem Podcast „Mind the gap“ durchgehend gleich. Susanne Klingner beschreibt dabei die Stellung der Frau in der Wirtschaft und berichtet über verschiedene Ereignisse und Umstände, in denen Frauen unfair behandelt werden oder Großartiges bewegt haben. Wie etwa, als 1975 neun von zehn Frauen in Island in den Streik traten und damit die Wirtschaft des Landes für einen Tag lahmlegten.

Abschalten

Vielen Menschen hilft es, beim Einschlafen jemandem zuzuhören. Hörspiele und Hörbücher sind da ein beliebtes Mittel der Wahl, aber auch Podcasts eignen sich prima als Einschlafhilfe. Das weiß auch Tobias Baier, der in seinem „Einschlafen Podcast“ regelmäßig über alltägliche Dinge aus seinem Leben schwadroniert. Dabei geht es um Kant, Buchvorstellungen, Urlaubsberichte, Kant, Erläuterungen, wie genau HTTP funktioniert und Kant. Mag manchmal etwas langweilig klingen, aber schließlich soll man sich auch weniger unterhalten fühlen, sondern viel eher langsam wegschlummern.

Dasselbe Ziel verfolgt der  Podcast „Träumende Tiere“, der von der Tierfilmerin Rosie Koch stammt. Sie erklärt anfangs, dass sich Tiere manchmal so sehr an die Anwesenheit eines Filmteams gewöhnen, dass sie einschlafen. Für die Kamera sind schlafende Tiere uninteressant, aber das Schnarchen, Schmatzen und Grummeln, das die Tiere dabei machen, sind so beruhigend, dass sich diese Geräusche wunderbar als Einschlafhilfe eignen. So kann man mit jeder Folge zu dem Sound eines schlafenden beziehungsweise träumenden Tieres einschlafen. In diesem Sinne: Gute Nacht!

Glühwein und Nebel: Berlin-Tipps für den Winter

Die Tage sind inzwischen bereits wieder so kurz, dunkel und grau, dass man das Tageslicht zumeist nur durch die Bürofenster erblickt. Das bedeutet allerdings nicht, dass man sich zu Hause einsperren muss, um alle verfügbare Zeit unter der Decke/vor dem Kamin/an der Heizung/im Bett zu verbringen, bis wieder mehr Licht und Wärme von draußen hereinströmt. Berlin bietet auch im Winter zahlreiche Attraktionen, von denen wir euch ein paar ans Herz legen wollen.

Glühwein?

Denn langsam nähert sich auch schon wieder die Zeit der Weihnachtsmärkte, die im eher konfessionslosen Osten schon deutlich vor dem ersten Advent öffnen, in diesem Jahr zumeist am 27. November.
Dabei werden diese Märkte in Berlin häufig weit weniger traditionsbewusst gepflegt, als in den christlicheren Regionen Deutschlands. Wer sich also Sauerkraut- und Pommesgeruch, Volksfestfahrgeschäfte, gröhlende Junggesellenabschiede und drängelnde Touristenmassen sparen möchte, dem sei von den zentralen Weihnachtsmärkten wie am Potsdamer Platz oder dem Alexa-Einkaufszentrum ähnlich dringend abgeraten wie vom Ballermann im Sommer. Ruhigere Alternativen sind etwa der Weihnachtsmarkt Schloss Charlottenburg vor der Kulisse des illuminierten Schlosses oder der Weihnachtsmarkt in Spandau. Tolle Alternativen, die jedoch nicht durchgängig geöffnet haben, sind etwa der Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt (nur am 2. Adventswochenende), die Späth‘schen Baumschulen (nur Wochenende, Treptow) und der Lichtenrader Lichtermarkt am dortigen Dorfteich (nur 3.12.).

Nicht ganz Weihnachtsmarkt aber trotzdem einen Ausflug wert ist außerdem das Weihnachtssingen des 1.FC Union Berlin im Stadion an der alten Försterei. Glühwein gibt’s hier am 23.12. natürlich auch – und wann hat man schon einmal die Gelegenheit, mit knapp 30.000 Menschen gemeinsam „O Tannenbaum“ zu singen?
Weitere Ausflugsziele sind natürlich der Grunewald (wo es auch einige Adventsveranstaltungen und Märkte gibt, die sich im Fall von frühem Schneefall perfekt mit einem Winterspaziergang kombinieren lassen), gleiches gilt für Potsdam, die Spandauer Altstadt oder den Weihnachtmarkt auf der Köpenicker Altstadtinsel ebenso.
Eine praktischer Übersicht aller Berliner Weihnachtsmärkte findet sich übrigens unter www.weihnachteninberlin.de.

Sport?

Sobald die Temperaturen dann wirklich unter den Gefrierpunkt fallen, gibt es natürlich Alternativen. Neben den über zehn dauerhaften Eislaufbahnen in den Bezirken, auf denen man seine Schlittschuhkünste präsentieren kann, gibt es im Tiergarten ab 17.11. die Bahn des Café am Neuen See, auf der man sich im Eisstockschießen (Quasi die Wintervariante von Boule) üben kann – denn so tief, dass diese Aktivitäten auf Natureisbahnen stattfinden könnten, sinken die Temperaturen ja kaum noch. Alternative für die Unsportlicheren unter euch: Im Palmenhaus des Botanischen Garten in Dahlem kann man auch im Winter bei hoher Luftfeuchtigkeit schwitzen, täglich von 16:30 bis 22:00 Uhr lockt unter dem Motto „Christmas Garden“ bis Januar eine besondere Lichtschau mit Illuminationen der Gewächshäuser und des Parks.

Bar!

Prost! #berlindairies #reisereise

A post shared by Dilara S (@dilarasayin) on


Immer noch nichts dabei? Vielleicht ja von innen wärmen, denn das lebendige Berliner Nachtleben ist immer im Umbruch, und wenn man sich für zwei bis neun Drinks mal eine kleine Auszeit nehmen möchte, gibt es zu den etwas exklusiveren und hochpreisigeren Klassikern, wie etwa der Lebensstern Bar, dem Rum Trader in Charlottenburg oder dem Galander in Kreuzberg tollerweise auch immer frische und jüngere Alternativen, die einen Besuch lohnen, etwa das George R.  in Moabit, die Küche Bar am Tempelhofer Ufer in Kreuzberg oder die nicht mehr ganz so neue Schwarze Traube in der Wrangelstraße.

Ihr habt weitere Tipps, wie man dem Herbstblues entkommen kann? Teilt sie mit uns in den Kommentaren.

Selbstorganisation: Fahrplan für eure To-do-Liste

Habt ihr im Angesicht des täglichen Workloads auch mal wieder den Überblick verloren? Was uns morgens noch gut strukturiert durch den Kopf geistert, kann nachmittags schon einen einzigen großen Ball ergeben, den wir mit jeder weiteren Aufgabe munter vor uns her jonglieren. Angesichts von zig Meetings und 60 oder mehr E-Mails täglich ist das keine Seltenheit. Und dennoch muss es ihn doch geben, den richtigen Weg, trotz allem die Oberhand zu behalten.

Gerade im Kommunikations- und Projektmanagement ist eine gute Selbstorganisation als Erfolgsvariable kaum zu überschätzen. Da erscheint sie uns wie der Phönix aus der Asche: Die gute alte (und vor allem sauber geführte) To-do-Liste. Sie gibt uns Halt und unterstützt uns dabei, Aufgaben gezielt und geordnet abzuarbeiten. Wikipedia verrät, worum es sich dabei eigentlich handelt: „Die To-do-Liste […] ist im Aufgabenmanagement oder in der Aufgabenplanung eine Liste, die festlegt, welche Aufgaben anstehen, wer dafür verantwortlich ist und bis wann sie erledigt sein müssen.“ Soweit so gut. Doch der Teufel steckt im Detail beziehungsweise in der Auswahl der Punkte und ihrer Priorisierung.

To-do-Liste: Diese zwei Fallen gilt es zu umgehen

Zwei wesentliche und weitverbreitete Fallen im Umgang mit To-do-Listen lassen sich auf das Belohnungssystem zurückführen, das tief in unserer Persönlichkeitsstruktur verankert ist. Sagen wir auf der einen Seite ist Ben, der seinen Schreibtisch nur mit einem guten Gefühl verlässt, wenn er möglichst viele Punkte seiner Liste abhaken kann. Dieses Belohnungssystem kann ihn dazu verleiten, kleine und weniger wichtige To-dos den Essentials vorzuziehen. Obwohl er jeden Tag viele Aufgaben erfüllt, bleiben wichtige Punkte offen.

Auf der anderen Seite haben wir Mia. Sie fühlt sich nach der Arbeit oft energielos und ineffizient, da sie ihre Aufgabenliste wieder einmal nicht abarbeiten konnte. Anstatt sich auf die für den Tag notwendigen Tasks zu konzentrieren, führt sie kilometerlange Listen, die das Meeting am Nachmittag ebenso beinhalten wie die Vorbereitung des Quartals-Reportings in acht Wochen. Auch hier liegt ein Prioritätsproblem vor, mit dem Ergebnis, dass Mia die stetige Erinnerung an das Nicht-Schaffen aller Punkte und das damit verbundene schlechte Gefühl Energie rauben, die eigentlich in den Arbeitsprozess fließen sollte.

So setzt ihr die To-do-Liste effizient ein

Damit ihr mit eurer To-do-Liste nicht baden geht, haben wir euch nachfolgend ein paar Tipps und Kniffe zusammengestellt:

  1. Der richtige Zeitpunkt: Idealerweise erstellt ihr eure To-do-Listen bereits am Vorabend. Das hat den Vorteil, dass ihr mit freiem Kopf in den Feierabend startet und am nächsten Morgen bereits alle Aufgaben vor Augen habt und keine wertvolle Zeit verschenkt.
  2. Nicht mehr als 10 Punkte: Achtung! Eure To-do-Liste sollte nur die wichtigsten und dringendsten Aufgaben für heute und morgen umfassen. Alles, was länger warten kann, findet in Monats- und Wochenlisten oder eurem Kalender Platz. Zudem nehmen die meisten Aufgaben mehr Zeit in Anspruch als ursprünglich einkalkuliert. Ihr fahrt also gut damit, nur circa 70 Prozent eures Arbeitsalltags zu verplanen. Der restliche Puffer stellt sicher, dass ihr eure Aufgaben auch schafft.
  3. Die richtige Struktur: Die Abfolge der To-dos sollte bereits eine Priorisierung festlegen. An dieser Stelle bietet sich beispielsweise das Vorgehen nach der 1-3-5 Regel an: Ganz oben steht dabei eine einzige Aufgabe – die mit der höchsten Priorität. Darauf folgen bis zu drei wichtige Aufgaben und darunter bis zu 5 kleine Aufgaben. Der Vorteil: Die Liste ist kompakt, bietet eine sehr gute Übersicht und ist schaffbar.
  4. Aufgaben only: Damit der „Aufgabenzettel“ übersichtlich bleibt, solltet ihr von der Integration von Events und Meetings absehen und stattdessen wirklich nur To-dos aufnehmen.
  5. Große Aufgaben herunterbrechen: Um Fortschritte auch bei unübersichtlichen Projekten greifbar zu machen, ist es sinnvoll, diese in Teilschritte zu zerlegen. Die kleinen Erfolge sorgen für die nötige Motivation. Darüber hinaus ergibt sich aus den Teilaufgaben beinahe automatisch ein Ablaufplan zur Lösung der komplexen Aufgabe.

Next Level: Meistertask und kreatives Austoben

Natürlich sind für eine To-do-Liste nicht zwangsläufig Zettel und Stift notwendig. Neben umfangreichen Projektmanagement- und Kommunikationslösungen, die sich vor allem für Unternehmen und große Teams eignen, gibt es viele pfiffige und teils kostenlos nutzbare Tools, die eine handschriftlich geführte To-do-Liste ersetzen oder diese gar auf das nächste Level heben können. Eines dieser Tools ist Meistertask, das sowohl in Form einer Browser- als auch Smartphone-App (oder im Wechsel) genutzt werden kann. Der Service bietet Raum für verschiedene Projekte und deren Aufgaben, erlaubt das Verschieben der To-dos in die Kategorien Open, In Progress und Done sowie die individuelle Zuteilung von Aufgaben für Personen und verfügt über eine enorm hilfreiche Erinnerungsfunktion per E-Mail. Das Arbeiten mit Meistertask gestaltet sich intuitiv und effizient und sorgt nicht etwa für noch mehr Aufwand.

Wer dennoch auf die alte Schule setzt, dessen Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt, wie die einfache Suche auf Pinterest zeigt. Es kann etwas dauern, bis ihr die für euch passende Form der To-do-Liste gefunden habt. Der Aufwand zahlt sich jedoch aus – und das tagtäglich!

Was sind eure Tipps zur optimalen Aufgabenorganisation? Wir freuen uns über Anregungen im Kommentarfeld.