Gut kommuniziert: Reden ist Silber, Zuhören ist Gold

Kommunikation will gelernt sein. Diese Ansätze helfen, das nächste Gespräch bewusster zu führen.

Hör zu! Aufmerksame Zuhörer sind gefragte Gesprächspartner. / Foto: Rawpixel

Ob im Beruf, in der Beziehung oder im Alltag: Ständig kommunizieren wir mit anderen. Kommunikation ist das Mittel, um Botschaften, Wünsche, Erwartungen und Gefühle auszutauschen. Doch drücken wir uns wirklich immer deutlich aus? In vielen Lebenssituationen kommunizieren wir einfach nur noch beiläufig, nicht zuletzt liegt das, meiner Meinung nach, an der starken Präsenz moderner Kommunikationsmedien. Aber was macht eine gute Konversation aus und wie kommunizieren wir richtig?

Diese und weitere Fragen durften wir am vergangenen Wochenende bei einem Kommunikationsworkshop diskutieren und spätestens jetzt ist uns Teilnehmern von Zucker. klar, dass nicht jeder, der gut reden kann, ein Kommunikationsass ist – richtige Kommunikation will gelernt sein. Die folgenden fünf Ansätze können dabei helfen, das nächste Gespräch bewusster zu führen und Oberflächengekratze zu vermeiden:

1. Das A+O–Prinzip

Grundlegend für jede Form der Kommunikation meint dieses Prinzip „Anerkennung und Orientierung“. Beides erwartet unser Gegenüber in jeder Begegnung von uns. Vor allem Anerkennung kommt für gewöhnlich zu kurz. Wie wäre es z.B. damit, die nette Bäckersfrau am Morgen mit Namen zu begrüßen? Wertschätzung kann so einfach sein und wird dem Gegenüber garantiert ein Lächeln auf die Lippen zaubern, denn jeder Mensch möchte als Person wahr- und ernstgenommen werden. Orientierung bezieht sich auf eine zielgerichtete Kommunikation und bringt mich zum nächsten Punkt.

2. Das Ziel vor Augen haben

…ist in den meisten Fällen leichter gesagt als getan. In Bezug auf eine gute Gesprächsführung ist es empfehlenswert, das persönliche Ziel deutlich zu formulieren und dabei gleichzeitig nicht das Ziel des Anderen aus den Augen zu verlieren. Eine gute Vorbereitung und das Erstellen einer Struktur können dabei äußerst hilfreich sein und beugen missverständliche Aussagen vor. Was ist meine Kernaussage, wohin soll das Gespräch führen und wie möchte ich dahinführen?

3. Wissen, wann und wie man zuhört

Aufrichtiges und aktives Zuhören in Gesprächssituationen hilft uns dabei, wirklich zu verstehen, was die Botschaft hinter der Botschaft ist. Besonders in Konfliktsituationen, in denen die Emotionen brodeln, sollten wir uns daran erinnern. Machen wir uns von unseren eigenen Emotionen frei, können wir uns besser und bewusst in den Gegenüber hineinversetzen. Merke: Aufmerksame Zuhörer sind gefragte Gesprächspartner!

4. Feedback regelmäßig und zeitnah

Meist äußern wir Feedback aus der Situation heraus, dabei gelingen uns nicht immer taktisch kluge Bemerkungen. Auch hier gilt: gezielt formulieren. Wohlwollende Resonanz und konstruktive Kritik können die Produktivität unmittelbar erhöhen, können aber auch in die Hose gehen. Mit Methoden wie dem taktischen Loben (z.B.: Lob, Kritik, Lob) ist niemandem geholfen. Lob sollte regelmäßig und selbstverständlich geäußert werden – ehrliche Äußerungen und anerkennende Rückmeldungen erhellen den Alltag. Kritik anzubringen empfiehlt sich nur, wenn wir gleichzeitig vernünftige, konstruktive Lösungsvorschläge parat haben. Bleibt nur noch zu hoffen, dass der Gegenüber die Kunst beherrscht, einfach und gut mit Kritik umzugehen.

5. Den richtigen Ton finden

Ohne unsere Stimme funktioniert zugegebenermaßen gar nichts. Ihr Klang ist ein unverwechselbarer Ausdruck unserer Persönlichkeit und unsere Art zu sprechen entscheidet mit, ob wir gehört werden und ob uns andere sympathisch finden. Durch den Einsatz der Stimme können wir Wichtiges hervorheben und eine überzeugende Wirkung hinterlassen. Hören wir die Stimme eines Menschen, haben wir sofort ein Bild vor Augen. Doch nicht immer liegen wir richtig mit dieser Einschätzung – die Stimme kann uns nämlich ziemlich austricksen. Hättet ihr gedacht, dass dieser Mann die deutsche Synchronstimme von George Clooney ist?

Fun Fact hin oder her – diese und weitere Punkte führen im besten Fall dazu, dass wir Gespräche künftig viel achtsamer wahrnehmen und nicht mehr nur als Austausch von Informationen oder Befindlichkeiten. Das rückt auch die Empathie wieder stärker in den Vordergrund unserer Kommunikation. Wer bewusster mit anderen spricht, kann viel über sie und sich selbst lernen, denn ein tieferes Verständnis füreinander führt auch auf direktem Weg zu einem besseren Miteinander.

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