Augmentierte Realität in der PR – Storytelling & Medienkontakt von heute!

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Der Begriff Augmentierte Realität (im Folgenden mit AR abgekürzt) beschreibt eine computergestützte Erweiterung der Realität um bestimmte Elemente oder Informationen. So wird keine neue virtuelle Welt geschaffen, die man zum Beispiel nur mit bestimmten Brillen erleben kann, sondern die Wirklichkeit sinnvoll ergänzt. Ein ziemlich bekanntes Beispiel hierfür ist der vergangene Pokémon-Go-Trend. Spieler können bestimmte Pokémon-Figuren und Elemente über eine App in ihrer Umgebung suchen, finden und sammeln. Die Figuren und Elemente sind dabei nicht echt, sondern virtuell und nur über die App sichtbar.

Ein zweites, sehr bekanntes Beispiel sind die von der Google Bildersuche angezeigten Tiere in Lebensgröße. Jeder, der ein Smartphone besitzt, kann sich die 3D Tiere über die Google Suche virtuell in Lebensgröße anschauen. Voraussetzung: Google ist in den Einstellungen auf die Region USA und Sprache Englisch festgelegt. Wenn ihr zum Beispiel nach einem Kaiserpinguin sucht, wird euch neben den Bildern in der Infobox ein skalierbares, animiertes Modell des Tieres angezeigt. Das könnt ihr euch wiederum in 3D abrufen, sodass der Pinguin mit Hilfe der AR-Technologie lebensgroß im Raum platziert wird. Wahnsinn! Wer wollte nicht schon immer mal einen Kaiserpinguin zu Gast im Wohnzimmer haben?!

Doch AR sorgt nicht nur in der Freizeit für Spaß und Vergnügen, sondern ist auch auf professioneller Ebene sehr interessant. Wir stellen euch vor, wie sie auch die Marketing- und PR-Branche sinnvoll bereichern kann und was mit AR im Storytelling, Branding und Medienkontakt möglich ist!

Use Cases von gekonnter AR-Inszenierung im Alltag (Auswahl)

Egal, ob aus dem Beauty-, Fashion-, Technik-, Lifestyle-, Interior- oder Tourismusbereich – AR kann von und für (fast) jedes Produkt oder Angebot zum Einsatz kommen. Der Brillenhändler Mister Spex beispielsweise nutzt die erweiterte Realität in seinem Online Shop: die Brillen lassen sich online “anprobieren”, bevor der Kunde sie bestellt, um Fehlkäufe zu vermeiden. Adidas hat bereits 2018 digitale Anproben des damals neuen Modells Ultraboost 19 running über einen Snapchat-Filter ermöglicht. Das Beauty-Unternehmen L’Oreal entwickelte in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Modiface eine eigene App, in der neue Make-Up Trends und Frisuren virtuell ausprobiert werden können, um vor dem Einkauf heraufzufinden, was gefällt. Modiface hat zuvor bereits für die Marken Estée Lauder und Sephora gearbeitet, wurde dann aber von L’Oreal übernommen, so dass die AR-Spezialisten nun inhouse arbeiten. Der Kosmetikhersteller hat das Potenzial von AR definitiv schnell erkannt und die Chance für sich ergriffen. Auch das Möbelimperium IKEA hat bereits 2017 die kostenlose App “IKEA Place” ins Leben gerufen, mit der Möbelstücke virtuell in den eigenen vier Wänden platziert werden können – so werden wir quasi selbst zum Interior-Stylisten. Diese Auswahl an erfolgreiche AR-Unternehmensbeispielen zeigt bereits die extrem vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten. Essenziell sollte bei der Anwendung sein, dass die Technologie an sich nicht im Vordergrund steht, sondern immer noch das Erlebnis des Kunden mit dem Produkt oder dem Angebot.

AR-Ansätze in der PR

Besonders in den Live Relations überzeugen AR-Lösungen und bleiben in den Köpfen der Zielgruppe. Sei es ein Produktlaunch oder ein Event: Die AR erweckt Produkte und Brands zum Leben, sorgt für ein besonderes Erlebnis und bleibende Erinnerungen, zum Beispiel durch Fotos mit bestimmten Filtern und Hintergründen, die extra für den Kunden, das Produkt oder Event inszeniert wurden und interaktiv reagieren. Ebenso kann das Produkt selbst durch AR-Technologie live visualisiert und individuell von der Zielgruppe bzw. den Medienpartnern in Szene gesetzt werden. Eine Geschichte wird nicht mehr erzählt, sondern zusammen mit der Zielgruppe geschaffen! Aus Storytelling wird Storydoing und aus Zuhörer wird Akteur! Neben Filtern finden auch QR-Codes oder spezielle Apps ihre Anwendung im Marketing. In der Tourismusbranche könnten Pressereisen mit interessanten Infos und Elementen bereichert werden, die über QR-Codes, Apps oder sogar AR-Brillen jederzeit und an jedem Ort visuell abrufbar sind. So lernen die Medienpartner das Reiseziel auf spielerische und individuelle Weise kennen, zum Beispiel in Form einer Rallye – angelehnt an die Pokemón Go Suche.

Auch in den Social Media finden sich diverse Anwendungsmöglichkeiten von AR. Das offensichtlichste Beispiel wäre hier wieder ein Foto-Filter für Instagram oder Snapchat, zugeschnitten auf bestimmte Themen, Produkte oder Marken. Dieser Filter würde vor allem bei Influencer-Kooperationen in der Instagram Story Gebrauch finden und Emotionen sowie Aufmerksamkeit bei den Followern erzeugen.

Doch die AR hilft nicht nur bei der emotionalen Ansprache der Zielgruppe. Speziell für Brands und Produkte mit Erklärungsbedarf oder beispielsweise technischen Hintergründen sind AR-Konzepte sehr hilfreich und eine dankbare Möglichkeit, sie den Medienpartnern auf kreative Weise zu demonstrieren bzw. erfahren zu lassen.

In diesem Sinne können QR-Codes in Pressemitteilungen eingebaut werden, bei deren Abruf das behandelte Produkt mittels AR-Technologie visualisiert wird und vom Journalisten angewendet und inszeniert werden kann. Besonders interessant ist das zu einem Produktlaunch, wodurch Redakteuren das virtuelle Produkt bereits vor offiziellem Start zur Verfügung gestellt werden kann. Die Interaktion ist letztendlich aber auch für die Leser der Medien interessant, so dass auch der Journalismus durch AR revolutioniert wurde und wird. Mehrere deutsche Medien, wie zum Beispiel die Welt nutzten in der Vergangenheit bereits AR-Lösungen. Der Artikel wurde beim Lesen über das Smartphone lebendig, sodass Infografiken plötzlich in 3D erschienen.

Wir fassen zusammen: Die Erweiterung der Realität und digitale Interaktion erwecken Emotionen, sorgen für Spaß und haben einen nachhaltigen Erinnerungswert. Mit dieser Wirkung ist die AR in der PR, im Marketing und im Journalismus äußerst interessant. Auch wir sind von den unbegrenzten Möglichkeiten der AR-Lösungen inspiriert…Seid gespannt, wir haben einige Ideen im Petto!

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