Social Media Evolution: Von MSN bis Clubhouse

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Soziale Medien wie Instagram, Facebook und Twitter sind aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken, die Kooperation mit Influencern ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Daily Business und auch privat lassen wir uns gern auf Pinterest inspirieren, auf YouTube unterhalten und auf LinkedIn vernetzen. Doch wenn wir uns einmal überlegen, wie der ganze Wahnsinn angefangen hat und uns an unsere MSN-, ICQ- oder SchülerVZ-Zeiten erinnern, ist es schon sehr erstaunlich, wie schnell sich die sozialen Netzwerke weiterentwickelt und ausdifferenziert haben. Heute gibt es unzählige Plattformen und Netzwerke für verschiedenste Zwecke. Wir wollen euch die Meilensteine und Evolution der heute wichtigsten sozialen Medien vorstellen.

Big Bang: Es ward Internet und mit ihm unbegrenzte Möglichkeiten

Mit dem (öffentlichen) Zugang zum World Wide Web erweiterte sich auch der Horizont in Sachen Kommunikation, Netzwerk und Online-Repräsentation. Der erste Vorfahre der sozialen Medien wie wir sie heute kennen, waren die sogenannten Bulletin Board Systeme (BBS) aka Mailboxen, die es schon in den Achtzigerjahren ermöglichten, Nachrichten zwischen verschiedenen Nutzern einer Plattform online auszutauschen. In den Neunzigern, genauer gesagt 1995, erschien mit MSN, dem sozialen Netzwerk von Microsoft, einer der ersten Social-Media-Prototypen, der auf das Erstellen eigener Nutzerprofile ausgelegt war. Haupt-Konkurrent war ICQ, das 1996 vom Start-up Mirabilis ins Leben gerufen und 1998 von AOL gekauft wurde. Während die Nutzung von MSN zunächst von der Nutzung kostenpflichtiger Microsoft-Dienstprogramme abhing, war ICQ von vornherein kostenlos zugänglich. Der Instant-Messenger galt um die Jahrtausendwende als Marktführer, doch die Konkurrenz schläft nicht…

Exponentielles Wachstum der Social-Media-Population

Kurze Zeit später wurden die Netzwerke LinkedIn (2002) und sein deutscher Konkurrent XING, damals als OpenBC (2003), eingeführt. Während letztere vor allem auf geschäftliche Nutzung ausgelegt waren, sprachen MySpace und Skype ab 2003 eher private Nutzer an, MySpace sogar mit konkretem Fokus aus Musiker*innen und Künstler*innen. Skype war übrigens so beliebt, dass es 2005 von eBay und 2011 von Microsoft gekauft wurde. Auch Facebook und Google waren extrem interessiert an der Plattform. Apropos Facebook… Mark Zuckerberg rief das blaue Netzwerk nur ein Jahr später, nämlich 2004, ins Leben und startete so sein Medien-Imperium, das mit Instagram und WhatsApp bis heute den Markt dominiert. Instagram wurde allerdings erst 2010 veröffentlicht und 2012 von Zuckerbergs Leuten gekauft… Kurz nach Facebook erschienen 2005 auch YouTube und 2006 Twitter. Meanwhile in Deutschland: Die Netzwerke studiVZ, SchülerVZ und meinVZ werden von einem Tochterunternehmen des Holtzbrinck Verlags ins Leben gerufen und setzen sich als Online Communitys für Student*innen und Schüler*innen durch. Facebook war zum Start der studiVZ-Karriere 2005 nämlich noch ausschließlich auf Englisch verfügbar. Die Boom-Jahre der Social Media waren also ganz klar die 2000er. Doch auch heute werden noch neue Netzwerke gegründet und genutzt, Stichwort TikTok und Clubhouse.

Survival of the fittest: Was wird heute aktiv genutzt?

Kaum jemand nutzt heute noch aktiv MSN, studiVZ oder ICQ. Einige der älteren Communitys gibt es heute gar nicht mehr. So zum Beispiel SchülerVZ, das 2013 abgeschaltet wurde. Auch dessen „Mutter“ studiVZ sollte 2020 sterben, ist jedoch immer noch online. Falls ihr also mal wieder eure Freunde gruscheln wollt… ICQ wurde hingegen gerade erst gerelauncht und ist unter dem innovativen Namen ICQ New (Kreativität at its best) erreichbar. Trotzdem gibt es eine Handvoll sozialer Netzwerke, die seit den 2000ern aktiv gewachsen sind und sich mit neuen Updates und Features immer noch weiterentwickeln. Dazu zählen wir Facebook, Instagram, Twitter und LinkedIn. Seit Kurzem gehören aber auch Clubhouse und TikTok unbedingt dazu, wobei TikTok gar nicht mal so neu ist, wie ihr vielleicht denkt. Die Vorreiter-App musical.ly gibt oder besser gesagt gab es schon seit 2014 und wurde 2018 von TikTok abgelöst. Bisher noch gar nicht richtig angesprochen, aber mindestens genauso relevant wie Twitter und Co. ist Pinterest, das seit 2010 eine konstante Erfolgsgeschichte hinlegt. Hier geht es weniger um News-Spread oder die Repräsentation seiner selbst als vielmehr um Inspirationen und das Ausleben von Kreativität durch Uploads ansprechender Bilder zu verschiedenen Themen. Sobald bei ZUCKER. Brainstormings anstehen, scrollen wir uns gern durch die Tiefen von Pinterest und lassen uns von den unendlich vielen Moodboards inspirieren.

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Die Vielseitigkeit der sozialen Netzwerke ist wirklich erstaunlich! Dabei ist es gar nicht einfach, hier den Überblick zu behalten, und auch nicht unbedingt nötig, in jeder Community vertreten zu sein. Das kann nämlich ganz schön zeitverzehrend sein. Zudem sollten wir die Beiträge in den Netzwerken, genauso wie ihre Wirkung stets kritisch hinterfragen. Die öffentliche Zugänglichkeit und relative Anonymität sowie die oft fehlende Verifikation von Nachrichten ermöglichen die Verbreitung von Fake News und Propaganda und senken die Hemmschwelle für persönliche Beleidigungen bis hin zu offenen Drohungen und Hatespeech. Auch hinsichtlich des Datenschutzes sollten wir unsere Nutzung der sozialen Medien hinterfragen und uns mit der Verwendung unserer Informationen auseinandersetzen. Trotzdem sind wir erstaunt und dankbar über die Möglichkeiten, die uns die Netzwerke bieten, und die Entwicklungen, die wir in den letzten 20 Jahren miterlebt haben und heute als selbstverständlich ansehen. Sowohl in unserer Arbeit als auch in unserer Freizeit bereichern uns die Social Media in vielerlei Hinsicht und wir freuen uns immer, neue Trends auszuprobieren.

Fun Fact zum Abschluss: Der weltweit erste Twitter-Post von Gründer Jack Dorsey wurde kürzlich erst für 2,9 Millionen US-Dollar versteigert! Crazy, oder?

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