Reclaim the streets: Finale der Cannes Lions PR-Jury-Arbeit

Am Sonntag, 18. Juni 2017, stand der schwerste, aber auch interessanteste Teil der PR-Jury-Arbeit in Cannes bevor. Es ging um die Edelmetalle. Als Jury sorgten wir dafür, dass etliche Kreative einen Löwen als Frucht ihrer Arbeit nach Hause nahmen. Wir sind die Gärtner im Garten Eden der Löwen am Wegesrand einer herausragenden Pilgerfahrt. Doch genug der Pilger-Analogie. Sie hat etwas Symbolik gebracht – doch ab nun stelle ich sie außer Dienst. Zeit für Fakten.

2.300 Einreichungen in der PR-Kategorie

In sechs intensiven Jurytagen wählten wir aus tausenden Einreichungen – 2.300 genauer gesagt – jene 228 Kampagnen aus, die etwas über die PR 2017 aussagen sollen. 44 Prozent der Shortlist erhielten eine Trophäe. Aus 74 deutschen Einreichungen fanden acht einen Weg in die Shortlist. Traditionell waren die USA auch 2017 das stärkste Einreicherland.

Um aus dem Zahlenwerk einen Eindruck der Juryarbeit zu geben, hilft eine schlichte Zeitrechnung: Jede Einreichung ansehen – zwei Minuten. Diskussion, Abstimmung und Ergebnis – zehn Minuten. Das geschah in drei Tagen der Shortlistvorbereitung, bis die Verweildauer je Einreichung explodierte. Zum Ende hin waren es rund 30 Minuten je Kategorie-Sieger.

Am Finaltag hatten wir gegen 15.00 Uhr gerade mal die Hälfte der Nominierten durch und schon zwei Drittel der Trophäen „verbraucht“, die durchschnittlich bei den PR-Lions vergeben werden. Nach 20.00 Uhr waren wir bei den letzten Kategorien angelangt, danach folgte eine weitere Bewertungsrunde der Preisträger. Die Regeln waren recht verbindlich: Keiner darf „heruntergestuft“ werden, allerdings konnte durch ein Plädoyer oder eine Diskussion eine Trophäenklasse verbessert werden. Ab 22.00 Uhr hatte ich aufgegeben an einen geruhsamen Schlaf zu denken. Um 2.30 Uhr waren wir fertig.

Wir waren uns einig

Nach sechs Tagen fühlte sich die Jury sehr nah an. Da ich öfter mal erwähnte, dass ich überraschende Erscheinungen genutzter Medien – wie Klopapier oder Wartenummern – als intelligent befinde, galt ich nunmehr als „Mr. New Media“. I like. Andersherum ahnte ich längst, wie die meisten Juroren dachten: Ich konnte nach einer Wortmeldung die Gegenrede quasi wörtlich „mitdenken“. Harmonie wäre ein zu milder Begriff. Ich würde einfach sagen: Wir waren uns einig.

Für viel Diskussionsstoff allerdings sorgten immer wieder die Zahlen, mit denen die Einreichungen zu punkten versuchten. Es ging dabei um teils irrsinnige, unbestimmte Metriken wie „Reach“ oder das Gruselwort „Impressions“. Das schmerzte insbesondere, da es in der PR eine besonders wichtige Rolle spielt, welche Ergebnisse erzielt werden. Und zwar in Konsistenz zu den benannten Zielen. Hier könnten die PR-Einreichungen per se zulegen. Hoffentlich ab 2018!

Die PR „zurückgeholt“

Fazit: Was hat nun die PR 2017 aus Cannes mitzunehmen? It’s not the glam, it’s storytelling! Sei es eine Produktvariation, die eine bessere Geschichte als das Hauptprodukt erzählt, ein Prototyp, der nur für die PR geschaffen wurde oder ein neuer Blick auf das eigene Produkt. Das war unter vielen Markeneinreichern der neue Erzählstrang. Etwas anders verhielt es sich bei den sehr zahlreichen Charity-Einreichungen. Doch auch hier gilt: Eine engagierte Kampagne ist noch keine Geschichte! So relevant sie sich für unser Mitgefühl auch auswirkt.
Ich glaube, es ist uns als Jury insbesondere gelungen, aus den tollen Kampagnen jene zu identifizieren, die es nicht nötig haben, PR neu definieren zu müssen. Wir haben die PR schlicht „zurückgeholt“. Storytelling, Branded Content und Content Marketing – all das schwirrt seit Jahren durch jede Hauptkategorie in Cannes. In diesem Jahr, so hoffe ich, konnten wir die Straße zurückerobern.

Und so ist unser gemeinsamer Schlachtruf in der PR-Lions-Jury: Reclaim the streets!

Statistik

  • Gesamtzahl der PR-Einreichungen: 2.300
  • Shortlist: 228 gesamt, 8 Platzierungen aus Deutschland (von 74 deutschen Einreichungen = 4%)
  • 2016 waren es 83 Einreichungen

Trophäen

  • Gesamt: 100 (2016: 83)
  • 50x Bronze (+ 25% im Vergleich zu 2016), 32x Silber (+ 14% im Vergleich zu 2016), 18x Gold (= 2016)
  • Deutschland: 2x Bronze

Es wird härter: Zweite Phase der Cannes Lions PR Jury-Arbeit

Seit drei Tagen arbeiten wir uns in kleinen Gruppen durch hunderte Einreichungen für eine erste Version der Shortlist. Nun beginnt der schwerste Teil unseres Weges. Mit dem heutigen Freitag sitzen 21 PR-Profis zusammen und gehen die besten Kampagnen der ersten Runde erneut durch.

Was bedeutet PR in 2017?

Anders ist vor allem der Umfang: Mehr als das Doppelte gilt es an einem Tag zu bewerten. Und so ist dieser Tag lang. Zunehmend fallen ungeahnte Herausforderungen auf. Insbesondere frage ich mich, wer die einzelnen Subkategorien definiert hat. Neben FMCG gibt es „Durable Consumer Goods“. Die Kategorie „Business Citizenship“ gibt es einmal als Version „CSR“ und einmal als Version „Environmental“. Non-Profit löst sich gefühlt in fünf weiteren Kategorien auf. Die Abgrenzung fällt schwer. Folge ist, dass manch gute Kampagne durch die Kategorie-Eingrenzung nicht mehr passt.

Aber das ist alles kein echtes Problem verglichen mit jenem, was alle hier zu beschäftigen beginnt. Und das ist die Suche nach der Antwort auf die Frage: „Was bedeutet PR in 2017?“

Ich wage eine Zusammenfassung der beiden stärksten Strömungen: Gilt es, die PR heute neu zu definieren? Oder gilt es, den Platz der PR in der Kommunikationswelt zu behaupten?

Quelle der Diskussion sind hunderte Einreichungen, die eindeutig Marketing bzw. Werbung sind und via eingekaufter Multiplikatoren – sprich: Influencer – auf enorme Reichweiten kommen. Dies mündet oft in dem Glauben, Reichweite sei Relevanz. Demgegenüber betonen Case-Filme, sie hätten keinen (!) Influencer einkaufen müssen.

Es ist beruhigend, dass ein sehr großer Anteil der Einreichungen vor allem PR ist und bleibt, das heißt: exzellentes Storytelling aus einer sehr guten, cleveren Idee heraus.

Einige der besten Kampagnenmacher gehen dafür einen Schritt weiter: Nicht das eigentlich zu kommunizierende Produkt oder Unternehmen steht im Themenfokus, sondern es wird ein Produkt dafür geschaffen. Hieraus entwickeln die Kommunikatoren ihre Geschichte. Ein interessanter Ausblick.

Das Pilgern geht weiter

Samstag und Sonntag werden die intensivsten Tage, so erzählen die erfahrenen Juroren. Bevor wir also den heiligen Gral bzw. Grand Slam und Edelmetalle vergeben, steht eine spannende Diskussion an. Zwei Tage ohne Sonne – und mittlerweile verteilte Decken für die engagiert kühlende Klimaanlage (!) – 21 Juroren aus 18 Ländern mit zwei bis 20 Meinungen.

Doch nichts kann einen wahren Pilger schocken.
Was passiert noch so in Cannes? Den ersten Artikel von der Côte d’Azur gibt es hier.

Ein Pilgerweg durch das Heilige Land der weltweiten PR-Champions

Eigentlich wollte ich in diesen Wochen auf dem Jakobsweg pilgern. Eigentlich. Stattdessen wird mir die große Ehre zuteil, als Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Zucker. in der PR-Jury der diesjährigen Cannes Lions zu sitzen. So die Zeit es erlaubt, werde ich zwischen stundenlangen Sitzungen in klimatisierten Meetingräumen auf unseren Agentur-Socials berichten. Auch davon, weshalb meine Jurytätigkeit an der Côte d’Azur zu einer Pilgerreise der anderen Art mutiert.

Jury-Arbeit für die Cannes Lions beginnt

Begegnet man der Juryarbeit in Cannes wie einer Pilgerreise, so ist das anfangs wichtigste Gelübde, jene Kampagnen zu finden, die es verdienen, als die heilige Reliquie des diesjährigen Festivals verehrt zu werden. Zeichen dieser Wallfahrt sind die Trophäen. Als Wegbegleiter sind wir Juroren dazu da, den Pfad zu gehen, die relevanten Sehenswürdigkeiten zu kartografieren und später den heiligen Schrein mit all seinen Gold-, Silber- und Bronze-Heiligtümern zu öffnen.

Ab Sonntag dann strömen die Wallfahrer ins verträumte Cannes und machen aus der Croisette einen Laufsteg der Kreativen. Aktuell, an den ersten Tagen der Vorbereitung, ist die Croisette geradezu leer. Ein paar Ferntouristen und die üblichen Sommergäste sitzen in den Cafés, am Strand oder auf einer der Yachten, die man sicher eher nicht mit PR-Arbeit finanziert bekommt.

Wir Juroren dürfen derweil in kleinen Gruppen und stark klimatisierten Meetingräumen unsere selig machende Arbeit verrichten. Nach rund 100 Filmen gestern und 180 Einreichungen heute fällt der Gang zum Meer nicht so leicht. Acht Stunden Kunstlicht verderben einem die erste Stunde in der Sommerhitze von Cannes. Doch wer pilgert, darf nicht klagen.

Erste Eindrücke aus Cannes

Was die 21-köpfige Gruppe erwartet, lässt sich aus Vertraulichkeitsgründen nur in relativen Zahlen ausdrücken: In der PR fanden fünf Prozent aller Einreichungen Eingang. In etwa so viele, wie im letzten Jahr. Diese Menge galt es, schon vor der Cannes-Jury-Woche in einer Vorbewertung online zu reduzieren. Das hat halbwegs gut geklappt, auf uns wartet noch immer eine vierstellige Zahl an Filmen. Diese sehen wir teilweise fünf- bis sechsmal in dieser Zeit. Je näher zum Wochenende, desto hitziger werden Ansatz, Sinn und Wirkung diskutiert.

Am Ende der Woche, am Samstag, sollten maximal zehn Prozent übrig sein, die dann aus einer ersten Shortlist erstmals in die Nähe der Reliquie rücken. Von da an wird es anstrengender, denn bis Sonntag wird die gesamte PR-Jury die begehrten Platzierungen – Bronze, Silber und Gold – auswählen.

Mein erster Eindruck: Diese Wallfahrt ist eine Herausforderung erster Güte. Der Grund ist, dass sich die verschiedenen Religionen nicht ganz einig sind, wie die heilige Disziplin der PR denn nun zuzuordnen ist. Das mag daran liegen, dass die PR erst seit acht Jahren Teil des Cannes Lions-Festivals ist. Die DNA der Cannes Lions ist die Werbung, und so spielt auch die PR mit ihren 42 Subkategorien mit im Chor der werblichen Kommunikation.

Die Pilgerreise findet an anderer Stelle eine nette Analogie: Wir reisen als Fremde durch 77 teils unbekannte (PR-/Werbe-)Länder, die starke Einreichungen präsentieren. Vorneweg warten Lateinamerika mit Peru, Ecuador, Kolumbien sowie auch Indien und der asiatische Raum – einschließlich des noch nicht ganz von der Staatskultur befreiten Vietnam – mit vielen Kampagnen auf.

Was waren Printmedien noch gleich?

Die Machart der Einreichungen ist in einem Punkt sehr eindeutig: Paid Media und Digital sind fester, wenn nicht Kernbestandteil und finden überall in verschiedenen Rollen statt. Quelle großer Reichweiten sind überwiegend die sozialen, nicht die klassischen PR-Medien. Kennt Cannes 2017 überhaupt noch Tageszeitungen und Publikumsmedien? Und so fliegen in jedem dritten Casefilm eine Menge Emojis und Snippets aus Facebook- und Twitterposts über den Screen. „Awesome“, „overwhelming“, „massive sales increasing“ gehören zu den meist verwendeten Begriffen. Alle Kampagnenreichweiten zusammengezählt – es wird sich hier vor allem auf unbestimmte Größen wie „1.2 billion“ (weitere Detaillierung fehlt häufig) oder Impressions bezogen – müsste die Erdbevölkerung im letzten Jahr etwa 2.000 Mal vollständig erreicht worden sein.

Für einen Neuling auf dem Pfad ist die schiere Menge an Einreichungen nur die einer der Nachteile. Der andere ist, dass einem in jeder Kategorie – sei es FMCG, Food, Audience Targeted/Engagement oder Citizenship – reichlich bekannte Grundmuster entgegengeworfen werden. Nicht selten die gleichen Ausschnitte aus der Weltlage des vergangenen Jahres, die als Ausgangspunkt der Kampagnen dienen. Vorneweg: Trump und seine Wahlslogans. Danach folgen über alle Subkategorien hinweg Cannes-relevante Anlässe, wie die Olympischen Spiele (von allen Seiten als Challenge genutzt) und sämtliche Events rund um LGBT. Evergreens, wie Müll – ob im Meer, an Land oder der Luft – sowie Diversity, Hunde und Kinder sind weitere Sujets, aus denen auch wirklich gute Kampagnen zusammengestellt sind. Und Kunst. Überhaupt ist Kunst häufig ein Bindeglied zwischen den benannten Events und Stereotypen.

Zwei Dinge vermisse ich bei den in drei Tagen bewerteten Einreichungen: Echte, reine PR-Stunts, die ohne die genannten Anlässe oder Cannes-Stereotypen auskommen. Und: Die geringe Beteiligung deutscher Agenturen oder Kampagnen. Selbst Peru ist stärker vertreten.

Aber trotz der kleinen benannten Kritik ist Cannes vor allem eine sehr lebendige Plattform einiger herausragender Ideen, denen ich nahezu verehrend meine Votes gebe. Diese sind in neun Punkte geteilt, wir benennen sie als „lines“: rot = „kein Shortlist-Kandidat“, gelb = „könnte diskutiert werden“, grün = „eine Siegerkampagne“.

Und hinter mir liegt erst der Anfang des Pilgerwegs.

Aufmerksamkeit: das kostbare Gut der PR-Branche. Ein Zucker.Kommentar

Aufmerksamkeit zu erzeugen ist das A und O in der Öffentlichkeitsarbeit, um die eigenen Themen zwischen all den gesellschaftlichen Einflüssen in den Fokus zu rücken. Wir sind mittlerweile nahezu abhängig von äußerer Stimulation. Die neuesten News im Netz auf Facebook, Instagram und Co werden gecheckt – während die Ohren durch Musik abgeschirmt sind – am Handy oder auf den Bildschirmen in der Bahn. Nachrichten werden verschickt und das Leben zieht sich ins Virtuelle.

Das Ringen um Aufmerksamkeit zwischen den einzelnen Themen ist ein echter Kampf, da unsere eigene Aufmerksamkeitsspanne gut getaktet ist und wir uns genau überlegen müssen, wem oder was wir unser kostbares Gut widmen. Gleichzeitig bemerken wir nicht, wie wir durch unsere Umwelt gesteuert werden. Medien verpacken Reize wie Appetithäppchen, denen unser Gehirn nicht widerstehen kann. Wir sind nahezu süchtig nach eben dieser Stimulation. Durch unsere durchgestylte Umwelt erscheint die natürliche Welt regelrecht langweilig und Reize werden essenziell für uns.

Theoretiker stellen sich die Frage, ob der Mensch überhaupt selbstbestimmt wählen kann, welchen Reizen er sich aussetzt und vor allem, welche Reize er auf sich wirken lässt. Frei zu wählen, würde in der Definition von Freiheit die Fähigkeit des authentischen Selbst voraussetzen, ungehindert seine Präferenzen zu befriedigen. Die Vernunft hat dabei den Stellenwert, die besten Mittel zur Erreichung der eigenen Ziele zu wählen. Doch worauf beruhen unsere Präferenzen?

Manchmal vergessen wir, dass unser Unterbewusstsein aktiv für uns filtert und wir in einer Welt von gesellschaftlichem Druck leben. Diesen nehmen wir vermutlich gar nicht bewusst wahr. Es ist zur Normalität geworden, up-to-date sein zu müssen und bei gesellschaftlichen Themen mitreden zu können. Das Netz spiegelt durch Datensammlung unsere Vorlieben und Interessen und gibt uns Suchergebnisse aus, die auf uns abgeschnitten sind. Es ist umstritten, ob wir dabei noch die Möglichkeit haben, unseren Präferenzen frei nachzugehen.

Für die Werbebranche ist es zur Normalität geworden, die wenigen Momente der vollen Aufmerksamkeit der Menschen zu nutzen. Beispielsweise werden in Flugzeugen unter den nützlichen Klapptischen mittlerweile nicht selten Werbungen platziert. Das gleiche Phänomen findet sich am Stehpinkler oder beim Sicherheitscheck am Flughafen. Unsere Wahrnehmung kann sich den bunten Werbetafeln kaum entziehen – in Situationen des Wartens. Ob wir wollen oder nicht, wir werden beeinflusst.

Böse Zungen sehen die PR als das Manipulationsinstrument überhaupt. Wird aber ein genauerer Blick darauf geworfen, werden lediglich die Bedürfnisse der Gesellschaft erfasst, gefiltert und befriedigt. PR hilft, im riesigen Haifischbecken der Reizüberflutung einen roten Faden zu ziehen und die geringe Aufmerksamkeitsspanne der Zielgruppen punktgenau zu erwischen und zu befriedigen. Da darf es auch mal etwas verrückter ausfallen. Und dem Einfallsreichtum bei Zucker. sind keine Grenzen gesetzt.

Das Leben in einer Agentur oder: Warum ich unbedingt zu Zucker. wollte

Wenn du eine PR-Karriere anstrebst, dann verstehst du nicht unbedingt von Anbeginn an, in welch glücklicher Position du dich befindest. Du hast gerade angefangen in einem Feld zu arbeiten, das dir verschiedene Optionen bietet: Mitarbeiter in der PR-Abteilung eines Unternehmens sein, sich als Freelancer etablieren oder in einer Agentur arbeiten, sind einige der Möglichkeiten, die sich vor dir befinden. Zucker. Kommunikation ist eine Agentur und ich bin jetzt seit Anfang Februar im Unternehmen. Hier ein paar Punkte, warum ich unbedingt zu Zucker. wollte:

Du wirst Langeweile aus deinem Vokabular löschen

Wenn du nicht fit in Multitasking bist, ist das Agenturleben nichst für dich und die Arbeit könnte dich verrückt machen. In der Tat ist es manchmal schwierig von einem Telefonanruf zu einem anderen zwischen zwei sehr unterschiedlichen Projekten zu wechseln (sagen wir mal: handgefertigte Produkte und Hightech-Gaming-Geräte), und manchmal, so wie es bei mir als französischer Muttersprachler der Fall ist, ist es auch nicht immer einfach die Sprache zu wechseln. Aber das ist die Motiviation, denn du willst mehr. Du willst die Abwechslung, die Herausforderung, den Spaß und das Wissen, dass du Tolles geschaffen hast.

Du bist der Mann/die Frau der Situation

Viele Leute, die für Firmen arbeiten, werden sagen, dass sie oft bei Kommunikationsseminaren teilnehmen oder zur Teilnahme an Kommunikationsvorträgen gezwungen werden, um ihre Produkte besser zu kommunizieren, und dass die Kommunikation doch eigentlich gar nicht so schwer ist. Aber da liegen sie falsch. Kommunizieren ist in all seinen Formen dein Ding, deine Arbeit, deine Gestaltung, dein Leben. Kommunikation ist daher nicht einfach – Kommunikation ist das A und O.

Du wirst viel über dich lernen

Kunden kommen und gehen, einige bleiben, einige kommen neu hinzu. Für manche musst du vor Ort sein, für andere nur ständig erreichbar. Manchmal kannst du dich mit einem Projekt zu 100 Prozent identifizieren, manchmal musst du erst deinen Platz darin finden. Und genau das macht es so spannend. Es ist eine alltägliche Herausforderung, aber es ist erleuchtend. Das Jonglieren mit den verschiedensten Projekten wird definitiv helfen, mehr über dich selbst und deinen Geschmack herauszufinden. Es eröffnet Horizonte, die du vielleicht noch nicht einmal kanntest, bevor du die Erfahrung in einer Agentur machen konntest. Und manch einer meiner Kollegen hat durch die Projektarbeit sogar zu einem neuen Hobby gefunden…

Du wirst einen Oscar gewinnen – ganz bestimmt

Du gehst raus und präsentierst dich und deine Arbeit. Du schauspielerst nicht, aber du brauchst starke Nerven. Du hast dein Wort, deine Körpersprache. All das wird gefordert, aber auch gefördert. Dir kann keiner etwas vormachen. Du wirst alle Hoffnungen deines Teams tragen. Du magst Druck? Du gedeihst durch ihn? Das hier ist genau dein Ding.

Nike hat Recht: „Just Do It“

Schweiß und Tränen. Kein Blut bei Zucker – zum Glück. Es sei denn, du bist sehr ungeschickt wenn du Küchendienst hast. Du wirst den Preis deiner Bemühungen und deine Frustration kennen. Du wirst nicht alle Jobs bekommen. Du wirst Stunden auf Projekten verbringen, die sich niemals in etwas Konkretes verwandeln werden. Aber du wirst Inhalte und Ideen produzieren. Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute, und nur dann werden sich deine Bemühungen auch auszahlen. Entfessele deine Kreativität, teile Ideen mit deinen Kollegen und halte immer deinen Geist offen, weil du nie weißt, was die nächste Gelegenheit sein wird. Es gibt keine dumme Idee, es gibt nur ein Nichtmachen. Und wir machen.

Du kannst deine Karriere vorantreiben

Das Arbeiten in einer Agentur ist in der Regel eine gute Gelegenheit dafür, schnell die Leiter aufzusteigen – vor allem in einer dynamischen Agentur. Du kannst als Junior anfangen, aber du kannst bereits schnell auch ein ganzes Projekt oder entscheidende Pitches für neue Kunden führen. Hier bei Zucker. wirst du niemals in einer bestimmten Position feststecken.

Offensichtlich ist die Arbeit in einer Agentur nichts für schwache Nerven, aber es ist definitiv wert, es zu versuchen. Wirst du in der gleichen Agentur in deiner gesamten Karriere bleiben? Höchst wahrscheinlich nicht. Aber eines ist sicher: Einmal Zucker., immer Zucker.

But first: Coffee.

Der durchschnittliche Deutsche trinkt 150 Liter im Jahr, also rund einen halben Liter pro Tag und kann ohne kaum aus dem Bett steigen: Kaffee ist zweifellos das liebste Heißgetränk der Deutschen. Auch für uns bei Zucker. gehören die Situationen, in denen der Kaffeekanne nur noch ein letzter Tropfen zu entlocken ist, zu den stressigsten Momenten des Tages. Denn auch ohne die letztlich nahezu einstimmig erhobenen Umfrageergebnisse hier war klar: Ohne Kaffee geht es nicht! Grund genug, ein paar Fakten, Tipps und Zucker.-Zitate rund um das schwarze Glück zu sammeln.

„Ein Leben ohne Kaffee ist möglich, aber sinnlos.“

Wie Pawlow seine Hunde einst mit einer Glocke konditionierte, so weckt in unserer Agentur das Piepen der durchgelaufenen Kaffeemaschine die Lebensgeister. Wir schätzen Kaffee für seine wachmachenden Eigenschaften, gegen die alle noch so hoch gelobten Alternativen wie Matcha, herkömmlicher Grüntee oder Schwarztee im Test bisher kläglich versagt haben.

„Ohne Kaffee keine Party!“

Kein Wunder also, dass bei diesem exzessiven Kaffeekonsum die erste Ladung des schwarzen Muntermachers  meist bereits vor 10 Uhr morgens das Zeitliche segnet. Doch nicht nur am Morgen geht bei den meisten ohne Kaffee nichts, auch für das komatöse Tief nach einem ausgiebigen Lunchdate oder die Schreibblockade am Nachmittag ist Kaffee ein unersetzliches Lebenselixier. Neben seinem einmaligen Geschmack trinken die meisten ihn vor allem wegen seiner wachmachenden Eigenschaften: Das Getränk lässt die Herzfrequenz ansteigen und sorgt so für Energie. Da Koffein in seiner Struktur dem körpereigenen Botenstoff Adenosin ähnelt, der eine ermüdende Wirkung hat, kommt es außerdem zu einem zweiten Effekt: Das Koffein im Kaffee besetzt die Adenosin-Rezeptoren der Nervenzellen im Gehirn, sodass das Tief zunächst ausbleibt.

„Ohne Kaffee krieg‘ ich schlechte Laune.“

Tatsächlich galt der Konsum von Kaffee im 18. Jahrhundert noch als soziales Problem und Cafés als gefährliche Lasterhöhlen. Grund dafür war die Erkenntnis, dass Kaffeeliebhaber bei Ausbleiben der regelmäßigen Koffeinzufuhr sogar unter Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen leiden können. Tatsächlich kann in gewissem Maße von „Kaffeesucht“ gesprochen werden, da das im Kaffee enthaltene Koffein im Gehirn ähnliche Regionen anspricht, wie harte Drogen – natürlich aber mit viel geringerer Wirkung. Hin und wieder werden dennoch vereinzelte Stimmen der sich in der Unterzahl befindenden Kaffeegegner zum gesundheitsschädlichen Konsum laut. Erhöhung des Herzinfarktrisikos, zu hoher Blutdruck, Schlaganfallgefahr – nicht wirklich, oder?

„Ohne Kaffee keine Competition!“

Die Erleichterung kommt schnell: Mehr und mehr Studien vermuten mittlerweile, dass Kaffee sogar einen positiven Effekt auf die Gesundheit haben könnte. In Kaffee sind beispielsweise mehr Antioxidantien enthalten als in vielen anderen Lebensmitteln und in der Schönheitsindustrie kommt sein Koffein zur Abschwellung der Augenpartie, Straffung des Bindegewebes und Steigerung des Haarwachstums zum Einsatz. Neal Freedman und seine Kollegen vom National Cancer Institute der amerikanischen Gesundheitsbehörde NIH gehen sogar so weit zu sagen, dass Kaffee möglicherweise sogar eine lebensverlängernde Wirkung hat: Bei männlichen Versuchsteilnehmern, die vier bis fünf Tassen Kaffee täglich tranken und sonst einen ausgewogenen Lebensstil verfolgten, sank das Sterberisiko um 12, bei weiblichen Coffee addicts sogar um 16 Prozent.

 „Ohne Kaffee, ohne mich!“

Kaffee ist also eine rundum gute und oft auch gesellige Sache, weshalb die meisten Zucker.Mitarbeiter im Durchschnitt übrigens vier bis fünf Tassen des schwarzen Glücks genießen. Als bewiesene Kaffeeliebhaber haben wir zum Schluss deshalb noch unsere 5 Top-Tipps für die besten Koffein-Lasterhöhlen Berlins zusammengetragen. Viel Freude beim Schlürfen!

Zucker.s Top 5 Coffee Loacations:

  1. Platz: Die Röststätte in der Ackerstraße, weil es dort die besten Maschinen und Bohnen gibt, die man sogar mit nach Hause nehmen kann.
  2. Platz: Die Milchhalle in der Auguststraße, in der man super frühstücken kann.
  3. Platz: Die „Single Origins“ vom Silo am Boxhagener Platz und dem Kaffeewagen am Boxhagener Wochenmarkt, weil man den gleich mit einem gemütlichen Spaziergang verbinden kann.
  4. Platz: Café Galao auf dem Weinbergsweg, wo man den Galão nach portugiesischem Rezept am besten mit typisch portugisischen Pastel de Nata genießt.
  5. Platz: Anna Blume in Prenzlauer Berg, denn dort haben sie neben extra mildem Kaffee auch tolle Kekse und Torten.

Zucker. Bullshit-Bingo

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Nachdem wir am letzten Montag davon berichteten, welche Dinge wir im Agenturalltag niemals sagen würden, geht es heute mit Dingen weiter, die wir sehr wohl sagen – und zwar ganz schön oft…

„Ich brauch Kaffee!“

Ob gegen die Morgenmüdigkeit oder das Tief am Nachmittag, Kaffee ist das Lebenselixier. Der Satz „ich brauch Kaffee“ fällt also morgens, aber vor allem, wenn die Kanne leer ist und die nächste nicht schon vorbereitet wurde.

„Wer hat eigentlich Küchendienst?“

Küchendienst macht bei uns jeder – jedenfalls sieht es der Plan am Kühlschrank so vor. An der Umsetzung scheitert es allerdings ab und zu. Wenn sich Teller, Tassen und Gläser auf der Anrichte stapeln, weil die zuständige Person seit drei Stunden die fertige Spülmaschine nicht ausgeräumt hat, tönt es angenervt aus der Küche: „Wer hat eigentlich Küchendienst!?“

„Hat jemand den Abroller gesehen?“

Ob Samples, Clippings oder Zeitschrift – Pakete packen gehört zum Agenturalltag einfach dazu. Zum Glück haben wir unser schönes Zucker-Klebeband und den praktischen Abroller. Aber so ist der denn jetzt schon wieder?

„Du hast mir ja diese Rechnung ins Fach gelegt …“

Die Liste der Fehlerquellen bei der Rechnungsstellung ist lang – keine Rechnungsnummer, fehlende Steuernummer, Leistungszeitraum vergessen –  und die Frequenz von nicht korrekten Rechnungen dementsprechend hoch. Mit erhobenem Zeigefinger kommt die Buchhaltung dann zu uns und weist uns umgehend auf den Fehler hin.

„Safe is safe!“

Risiko eingehen ist eigentlich voll unser Ding, zumindest wenn es um spannende Kampagnen geht. In der Umsetzung setzen wir dann aber voll auf Sicherheit, getreu dem altbekannten Motto „Safe is safe“

„Have some trust!“

Es kann schon mal drunter und drüber gehen bei Zucker. Nahende Deadlines, das Event übernächste Woche, das unfertige Konzept können leicht zu Panikattacken führen. „Have some trust“ ist dann ein beliebtes Trostwort.

„Wo ist der Wein?“

„Have some trust“ hilft natürlich nur gegen aufkeimende Verzweiflung, die Workload bleibt leider dieselbe. Wenn alles nichts hilft, dann ist Wein das letzte Mittel, um unruhige Nerven zu beruhigen und gereizte Stimmung zu beheben.

„Ich brauch Urlaub.“

Aber irgendwann bringt selbst der Wein nichts mehr, dann hilft nur noch eins: Ab in den Urlaub!

Influencer-Marketing: 1.000 $ für einen Buchstaben

Dass Celebrities, Filmstars und Sportler mittlerweile mit ihrem Tun und Schaffen irrwitzige Summen verdienen, ist uns allen bewusst. Die Grenzen, die jedoch US-Basketballer Lebron James in den vergangenen Monaten niedergerissen hat, lassen uns zugegebenermaßen ein klein wenig sprachlos dastehen. Hier werden nicht nur vom Verein astronomische Summen für seine sportliche Leistung hingeblättert, sondern ebenso von Brands, für die Lebron als gut geölte Werbeikone unter anderem zum Smartphone greift und dann in mageren 140 Zeichen seinen Jüngern essenziellste Weisheiten verlautbart. Werbeverträge auf Lebenszeit von Sportausstattern wie Nike nimmt er übrigens so im Vorbeigehen mit. Handelt es sich hier um eine irrwitzige Entwicklung, die aktuell allein in den kapitalistischen Staaten von Amerika stattfindet oder können wir auch Rückschlüsse auf den Kosmos der deutschen Testimonials, Blogger, Vlogger und Influencer ziehen?

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100 Days Without Fear


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Ängste haben wir alle und egal wie verrückt oder banal sie sind, die wenigsten von uns konfrontieren sich aktiv mit ihnen. Doch genau das ist das Projekt der New Yorkerin Michelle Poler, die mit ihrer 100 Tage Challenge ihren Ängsten den Kampf ansagt. Das Konzept ist simpel: Über einen Zeitraum von 100 Tage tut Michelle Poler jeden Tag eine Sache, vor der sie Angst hat.

Die Bandbreite ihrer Challenges reicht dabei von gewagt bis banal und von großmütig bis spaßig. Es geht also nicht darum, nur die tiefsten Ängste zu überwinden, sondern sich auch mal Dinge zu trauen, die einen im Alltag einschüchtern. Hinter dem Projekt steht der Gedanke, Mut aufzubringen und über sich selbst hinaus zu wachsen, um das Leben in vollen Zügen zu genießen.

Wirft man einen Blick auf die Liste ihrer Ängste, kommt man vielleicht das ein oder andere Mal ins Stutzen, aber nach einer kleinen Umfrage müssen wir feststellen: Auch bei uns Zucker.s ist von tiefsinnig bis alltäglich alles dabei.

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Deutscher WM-Auftakt: Für mich noch einen Spritzer Optimismus

Deutschland-Jacket, Lippen-Tattoo und Fan-Bier
Zugegeben, die Vorzeichen auf einen deutschen WM-Erfolg waren schon mal besser. Schlüsselspieler wie Sami Khedira oder Manuel Neuer leiden sich von der Rekonvaleszenz direkt in die Stammelf. Der Dortmunder Turbo-Dribbler Marco Reus flippert (verletzungsbedingt) nur auf seiner PlayStation durchs letzte Angriffsdrittel. Auf eine Neuinterpretation des Märchens vom Hasen und Igel mit Cristiano Ronaldo und den Bender-Zwillingen in den Hauptrollen müssen wir im ersten Gruppenspiel der DFB-Elf gegen Portugal (verletzungsbedingt) auch verzichten. Angreifer Mario Gomez fährt (verletzungsbedingt?) lieber Rad. Und die Verletzung von Edeltechniker Ilkay Gündogan ist nun auch schon im neunten Monat.

Wer soll diese Spieler ersetzen? Wie soll das nur gutgehen? Und leistet der Bundestrainer wieder einen modischen Beitrag zum Team-Erfolg – feiert das weiße Erfolgshemd von 2008 frisch gestärkt und gebügelt sein Comeback? Oder wird der blaue Erfolgspulli von 2010 als Leihgabe aus den Sammlungsbeständen des Deutschen Fußballmuseums in Brasilien präsentiert?

Immerhin, Weltfußballer Ronaldo hat vor Deutschland noch sowas wie Angst: „Cristiano Ronaldo zollt Deutschland Respekt“ (Spox). Italiens Weltmeister-Trainer von 2006 gibt als Lippi-Bekenntnis ab, dass Deutschland sein Favorit auf den Cup-Gewinn sei (Gazetta dello Sport). Und ich bibbere vor dem frühen Aus im Achtelfinale (Zucker.Blog).

Gerne lasse ich mich eines Besseren belehren und meine Schwarzmalerei nach einem Finalerfolg durch rote und goldene Streifen aufwerten: Die Farben des Sommers. Willfährige Optimisten beflaggen ihre Autos und Balkone, Kinderwagen und Kinder. Jugendliche Diskothekenbesucher an der Warschauer Straße in Friedrichshain schmieren sich schon seit Tagen schwarz-rot-gelbe Zuversicht auf die Wangen. Den WM-Titel abschminken? No way! Wir sind am dransten, sagen sie. Und außerdem bereit wie nie.

Was brauche ich also, um den brasilianisch-deutschen Karneval zünftig mitfeiern zu können? Weiterlesen