Coworking mit Kind: ein Selbstversuch im juggleHUB

In unserem letzten Blogpost haben wir die Mamas und Papas bei Zucker. dazu zu Wort kommen lassen, wie sie den Spagat zwischen Beruf und Familie hinbekommen. Teilzeit und Homeoffice helfen viel, wenn es um eine Work-Life-Integration geht. Doch was, wenn die Kita mal zu hat, kein Babysitter zur Hand ist und die Schließtage ausgerechnet auf das Datum des Projektabschlusses fallen oder andere Gründe es nötig machen, zumindest ein paar Stunden konzentriert zu arbeiten?

Wer sich am Homeoffice mit Kleinkind versucht, wird schnell feststellen, dass es quasi unmöglich ist, Kind und Job in dieser Konstellation gerecht zu werden. Deshalb stellen wir euch heute ein Coworking Space mit Kinderbetreuung als gute Alternative zur Arbeit am heimischen Schreibtisch vor.

Allein in Berlin finden sich mit Coworking Toddler, les boxes oder Easy Busy eine steigende Anzahl dieser Büros auf Zeit, in denen Eltern und Kinder gleichermaßen gut unterkommen. Wir haben das juggleHUB im Herzen des Winsviertels in Berlin-Prenzlauer Berg für euch getestet und neben dem Erfahrungsbericht ein paar Tipps zusammengestellt, mit denen ihr den Arbeitsausflug mit Zwerg zum Erfolg macht.

Vor dem Start

Die Vorbereitungen auf den Besuch im juggleHUB starten mit der Online-Anmeldung. Auf der Website haben Mitglieder und Interessierte die Möglichkeit, sich zwischen verschiedenen Angeboten zu entscheiden, die von einem kostenlosen Guest-Trial bis hin zu flexiblen Stunden- und Monatspaketen reichen. Das Angebot richtet sich sowohl an Menschen mit und ohne Kinder. Dementsprechend gibt es reine Coworking-Pakete genauso wie solche, die die Kinderbetreuung bereits einschließen.

Einzeln zugebucht kostet die Kinderbetreuung übrigens 10 Euro pro Stunde. Ein recht moderater Preis, unter dem in der Regel auch kein Babysitter aktiv wird. Die komplette Preisübersicht gibt es hier. Bezahlen kann man bequem per Kreditkarte oder PayPal. Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern den regelmäßigen Aufenthalt im juggleHUB ermöglichen, kommen darüber hinaus in den Genuss von Spezialkonditionen.

Der Erste Eindruck

Coworking mit Kind: ein Selbstversuch im juggleHUB

Auf geht’s: Schnell noch einen Platz für den Kinderwagen finden und dann ab ins juggleHUB!

Ein unauffälliges Holz-Logo ziert den Eingang des Altbaus in der Christburger Straße 23, in dem sich das juggleHUB befindet. Nach dem Eintreten muss ich nicht lange suchen, um einen Kinderwagenstellplatz zu finden, der es anderen Bewohnern des Hauses noch erlaubt, gefahrenfrei den Flur zu durchqueren. Das Coworking Space befindet sich im ersten Obergeschoss. Als wir eintreten, durchströmt der leckere Duft frischen Kaffees der juggleHUB-Kaffeebar meine Nase. Ich fühle mich augenblicklich wohl. Begrüßt werden mein Sohn und ich von Katja, einer der Gründerinnen des juggleHUB. Sie führt uns durch die Räume und verrät, was hinter der Idee steckt, einen Ort der Arbeit mit Kinderbetreuung zu verbinden:

„Es gibt leider immer noch zwei Welten, die sich gegenüberstehen: die Lebenswelt Arbeit und die Lebenswelt Familie. Gerade wenn man im Unternehmenskontext unterwegs ist, sind Themen wie Kinder, Familienplanung und -gründung oft mit vielen Konflikten, Unsicherheiten und einem schlechten Gefühl verbunden. Unsere Erfahrung hat einfach gezeigt, dass gerade Frauen mit Kindern relativ schnell in einer Sackgasse stecken, und dem wollen wir etwas entgegensetzen. Das tun wir, indem wir einen Ort schaffen, wo diese beiden vermeintlich einander entgegenstehenden Welten Arbeit und Familie zusammengeführt werden und die Verbindung dessen sich ganz natürlich und gut anfühlt.“

WELCOME to the JUGGLE: Gründerin Katja an der Kaffeebar des juggleHUB

WELCOME to the JUGGLE: Gründerin Katja an der Kaffeebar des juggleHUB

Kinderbetreuung

Den nächsten Stopp legen wir im Spielzimmer ein, in dem sich bereits zwei Kinder und eine Betreuerin befinden. Nachdem mein Sohn sich direkt auf das Feuerwehrauto stürzt, kann ich das zweite Mal durchatmen: Auch er findet Gefallen an der neuen Situation. Als nächstes fülle ich einen zweiseitigen Bogen zu meinem Sohn aus, auf dem chronische Krankheiten und Allergien ebenso Platz finden wie der Status der Kranken- und Unfallversicherung und allgemeine Angaben zu Eltern und Wohnort. Ein Tränchen fließt dann doch noch, als ich mich auf (kurze) Zeit von dem kleinen Kerl verabschiede. Die Erzieherin, die gerade noch Unterstützung von einer Kollegin erhalten hat, kann ihn jedoch schnell ablenken.

Zur Betreuung im juggleHUB werden Kinder ab einem Alter von acht Wochen angenommen. Idealerweise melden Eltern den Bedarf bis spätestens 16 Uhr des Vortags an. Bei spontanen Arbeitseinsätzen bittet das Team von juggleHUB um einen Anruf vorab, um die Kapazitäten zu klären.

Neben dem Spielraum inkl. Rutsche, Bällebad, riesiger Maltafel und dutzenden Spielzeugen, bietet das juggleHUB einen Bade- und Wickel- sowie einen Schlafraum, in den sich Eltern mit müden Abenteurern zurückziehen können. Für kleine Snacks vor Ort ist gesorgt – alles darüber hinaus ist von den Eltern mitzubringen. Kühlprodukte können problemlos im Gemeinschaftskühlschrank der juggleHUB-Küche untergebracht werden, die darüber hinaus ein Kochfeld, eine Geschirrspülmaschine und umfassende Küchengrundausstattung bietet. Natürlich steht die Nutzung auch Coworkern ohne Kindern offen.

Räume und Ausstattung

Das Coworking Space bietet neben einer Vielzahl an Einzelarbeitsplätzen in offenen Räumen, Möglichkeiten für konzentrierte Arbeit oder Telefonate sowie buchbare Meeting-Räume. Bei meinem Probebesuch im juggleHUB stehen vor allem Anrufe und Mails auf meiner To-do-Liste, die ich bequem in einem der Meeting-Räume abarbeiten kann. Auch diese können von den Coworkern genutzt werden, wenn keine Veranstaltungen gebucht sind. Natürlich ist auch für WLAN, Drucker und Telefone gesorgt. Für den Kurzbesuch von zwei Stunden reichen mir eine gute Internetverbindung, mein Laptop und das Handy jedoch völlig aus.

Alles am Start: Sandsack zum Dampfablassen und Headset von Plantronics zum Lärmhintersichlassen.

Alles am Start: Sandsack zum Dampfablassen und Headset zum Lärmhintersichlassen.

Die Arbeitsatmosphäre gefällt mir, da sie mich einerseits an meine heimisch vertraute Umgebung erinnert und mich dennoch anregt, konzentriert und effizient vorzugehen. Das sehe ich nicht zuletzt daran, dass sich meine To-do-Liste für den Aufenthalt im juggleHUB zusehends leert und ich trotzdem das Gefühl habe, meinem Sohn nah zu sein und für seine Unterhaltung gesorgt zu haben. Zwischendurch meldet sich eine der Betreuerinnen bei mir und fragt, ob sie dem Kleinen etwas zu essen anbieten kann, da er hungrig wirkt. Das gibt natürlich einen Pluspunkt.

Fazit

Ich bin etwas überrascht, dass der Besuch im juggleHUB so reibungslos gelaufen ist, da mein Sohn neuen Situationen nicht bedingungslos optimistisch gegenübersteht. Mein positiver erster Eindruck hat sich jedoch bestätigt: Im juggleHUB sind Smartworkers mit und ohne Kind herzlich willkommen und gut betreut. Wer also mit einem guten Gefühl ein paar Stunden arbeiten will, findet hier eine tolle Alternative zum Homeoffice.

Damit ihr euren Arbeitsausflug mit Kind so effizient und angenehm wie möglich gestaltet, haben wir hier noch ein paar Tipps für euch:

  1. Rechtzeitig anmelden: Natürlich eignen sich Coworking Spaces mit Kinderbetreuung auch mal für den spontanen Besuch. Wer außer den eigenen Arbeitsmitteln jedoch auf Materialien des Coworking Space oder einen eigenen Raum angewiesen ist, tut gut daran, seinen Besuch mindestens einen Tag vorher anzumelden. Auch die Buchung von Veranstaltungen für Kollegen, Partner oder Kunden ist unter Beachtung der geltenden Vorlaufzeiten möglich.
  2. Gute-Laune-Snacks: Snacks helfen sowohl eurem Nachwuchs als auch euch beim Durchhalten. Wie gut das funktioniert, hängt nicht zuletzt von der Qualität ab. Während Beeren, Äpfel, Nüsse und Joghurt ohne Zuckerzusatz langfristig für Energie sorgen und Produktivität wie Konzentration fördern, eignen sich einfache Kohlenhydrate eher für ein kurzes Hoch, das meist genauso schnell nachlässt, wie es eingetreten ist. Wenn ihr einen längeren Aufenthalt plant, sollte auch eine Hauptmahlzeit einkalkuliert werden. Dank der juggleHUB Küche kein Problem. Diese bietet Coworkern alles, um mitgebrachtes Essen aufzubewahren und zu verarbeiten.
  3. Ausreichend trinken: Neben Lebensmitteln solltet ihr euch und den Zwergen auch genug Getränke mitnehmen. Für Kinder bis vier Jahre gilt – abhängig von Körpergröße und Gewicht – die Empfehlung am Tag etwa 820 ml Flüssigkeit zuzuführen. Ein Erwachsener liegt mit 2,5 Litern richtig. Studien belegen, dass bereits zwei Prozent Flüssigkeitsverlust eine um 20 Prozent verminderte Leistungsfähigkeit nach sich zieht. Das gilt für Groß und Klein.
  4. Headset mit Active-Noise-Cancelling: Ihr seid spontan im Coworking Space oder habt euch für einen Platz im offenen Arbeitsbereich entschieden? Ein Headset mit Active-Noise-Cancelling hilft euch dabei, überall zu maximaler Konzentration zu finden. Sowieso ist ein gutes Business-Headset für Smartworkers kaum zu überschätzen. Aktuelle Modelle wie das Voyager 8200 UC von Plantronics sorgen nicht nur für die nötige Ruhe, sondern in jeder Umgebung auch für Telefonate in Business-Qualität. Darüber hinaus lässt es sich einfach per Bluetooth-Adapter mit Windows- und Mac-Computern sowie weiteren IP-Telefonen oder direkt mit mobilen iOS- und Android-Geräten verbinden. Natürlich könnt ihr damit auch eure Lieblingsplaylist genießen. Inspirationen zur Musikauswahl für Smartworkers findet ihr z.B. hier oder hier.
  5. Klare Zielvorgaben für mehr Effizienz: Definiert vor eurem Besuch, was ihr während des Aufenthalts im Coworking Space erledigen wollt. Gerade, weil ihr Arbeitsplatz und Kinderbetreuung für bestimmte Zeit bucht, ist es sinnvoll, eine To-do-Liste anzufertigen, um eure Aufgaben gezielt abzuarbeiten. Tipps für den optimalen Aufgabenzettel findet ihr hier.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf smartworkers – blog über die zukunft von arbeit und kommunikation.

Mach mal Pause: unsere Top 5 Lunch-Spots am Rosi

Um auch am Nachmittag noch voll Energie zu sein, ist eine gute Mittagspause unverzichtbar. Die Lage direkt am Rosenthaler Platz verschafft Zucker. die luxuriöse Position, im vielfältigen Lunch-Angebot zu versinken. Ob polnische Pierogi, mexikanische Quesadillas oder gutbürgerliche deutsche Küche – der Rosi hat einiges zu bieten. Unsere aktuellen Lieblings-Lunch-Spots:

 

NETA – Mexican Street Food
Mit typisch mexikanischen Köstlichkeiten wartet das Neta im Weinbergsweg auf. Burritos, Quesadillas, Tacos und weitere Gaumenfreuden stehen auf der Karte. Allerhand Füllungen und Salsas stehen zur Wahl, so kommen Veggies und Schärfeliebende gleichermaßen auf ihre Kosten. Wer’s lieber einfach mag, kann auch nur eine Quesadilla bestellen. Mit hausgemachter Guacamole gibt’s die schon für 6,50 Euro.

Wo: Weinbergsweg 5, 10119 Berlin

 

Gorki Park
Mit einem schnellen 4-Gang-Menü lässt das Gorki Park keine Wünsche offen. Die Speisekarte überrascht täglich mit einem Mittagsmenü bestehend aus Suppe, Salat, Hauptgang und Dessert mit einem deutsch-russischen Einschlag. Die einzelnen Gerichte werden zeitgleich in vier kleinen Schälchen auf einem großen Teller serviert. Die ganze Leckerei gibt es für 8 Euro, inklusive Getränk.
Wo: Weinbergsweg 25, 10119 Berlin


 

Zur Rose
In der Rose diniert es sich ganz gemütlich. Auch hier gibt es täglich wechselnde Mittagsangebote, die um die 7 Euro kosten. Ein besonderer Geheimtipp ist das Kinderschnitzel – es steht nicht auf der Karte und wird nur für die im Herzen jung Gebliebenen bereitet. Für unter 10 Euro gibt es das Schnitzel im perfekten Mittagsformat.
Wo: Weinbergsweg 26, 10119 Berlin

 

Schmeckerei/Pierogi
Die osteuropäische Spezialität erfreut sich auch hierzulande großer Beliebtheit. Ähnlich wie Maultaschen gibt es auch Pieroggen mit den verschiedensten Füllungen – von Kürbis, über Fleisch bis hin zu Linsen, da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Ein besonderes Schmankerl zur Mittagszeit ist das Lunch-Angebot: Tagessuppe und Pierogi für 6,50 Euro.
Wo: Brunnenstraße 182, 10119 Berlin


 

La Cantina
Auch wenn die Cantina nicht zu den unbekannten Größen am Rosenthaler Platz zählt, darf sie in dieser Liste doch nicht fehlen. Jedes Gericht auf der Karte kostet 4 Euro, im Mittagsangebot mit Getränk 5 Euro. Bei der großen Auswahl von Pizza, Pasta und Salaten findet jeder etwas Passendes und vor allem am Ende des Monats freut sich der Geldbeutel über das gute Preis-Leistungs-Verhältnis.
Wo: Torstraße 124, 10119 Berlin


 

In diesem Sinne, viel Spaß beim Ausprobieren und lasst es euch schmecken!

Im Podcast-Fieber: Wenn du was zu erzählen hast, hör ich dir gerne zu

Ob zum Einschlafen, zum Überbrücken langweiliger U-Bahn-Fahrten oder zum Erweitern des Horizonts – Podcasts etablieren sich für viele zum immer festeren Bestandteil der alltäglichen Mediennutzung. Die Audiodateien können über Apps oder Musik-Streamingdienste angehört werden; so mischt seit neuestem zum Beispiel auch Audible beim Podcast-Trend mit. Um sich in der ganzen Podcast-Flut ein wenig zurechtzufinden, wollen wir euch heute ein paar Perlen empfehlen.

Laber-Rhabarber

Sogenannte Laber-Podcasts sind in der Öffentlichkeit nicht immer leicht zu hören. Viel zu oft muss man sich zusammenreißen, nicht laut loszulachen oder zumindest doof zu grinsen und komische Blicke von den unwissenden Mitmenschen zu ernten. Der wohl bekannteste Podcast aus dieser Kategorie dürfte „Fest & Flauschig“ sein und bedarf deswegen keiner näheren Erläuterung. Ähnlich wie das Dreamteam Schulz & Böhmermann unterhalten sich auch Oliver Polak und Micky Beisenherz über dies und das und jenes. Wer die beiden aus dem WDR-Format „Das Lachen der anderen“ kennt, weiß, dass sie kein Blatt vor den Mund nehmen und derbe Sprüche zur Tagesordnung gehören. Aber dass dabei dennoch – oder gerade deswegen – authentische und manchmal tiefsinnige Gespräche herauskommen, könnt ihr in ihrem Podcast „Juwelen im Morast der Langeweile“ nachhören.

Dass solche Laber-Podcasts nicht immer von zwei Männern geführt werden müssen, beweist „Herrengedeck“, der Podcast von den beiden Berlinerinnen Ariane und Laura. Wie der Name vermuten lässt, erzählen sie bei Bier und Korn über die kleinen Dinge des Alltags, zum Beispiel  Ängste vor dem Alleine-Fahrstuhlfahren oder alte Brillen- und Kontaktlinsengeschichten. Gemischt mit viel Humor kommen dabei interessante und witzige Gespräche heraus, bei denen man nie müde wird zuzuhören.

Ronja von Rönne und Tilman Rammstedt hingegen, wollen mit ihrem Podcast …uns fragt ja keiner“ den ungeklärten Fragen des Internets auf den Grund gehen. In Internetforen wie gutefrage.de suchen Menschen täglich Ratschläge, doch erhalten nicht immer Antworten. Aus diesem Grund beantworten von Rönne und Rammstedt genau die Fragen, die bisher unbeantwortet blieben. In Hinblick auf das unerschöpfliche Archiv „Internet“ dürften dabei unzählige Fragen und somit unzählige Folgen zustande kommen. Wir sind gespannt und warten wissbegierig.

Wissen to go

Apropos Wissen. Viele Podcasts widmen sich objektiv einem bestimmten Themengebiet und eignen sich somit hervorragend als kleine Weiterbildung für zwischendurch. Deutschlandfunk Nova zum Beispiel umreißt in „Eine Stunde History“ ein weltgeschichtliches Ereignis pro Folge. Von dem Hambacher Fest 1832 über die OktoberrevoIution 1917 bis hin zur Hungerkatastrophe in Ungarn 1932 werden die unterschiedlichsten Begebenheiten beleuchtet.

Im Gegensatz dazu bleibt das Thema in dem Podcast „Mind the gap“ durchgehend gleich. Susanne Klingner beschreibt dabei die Stellung der Frau in der Wirtschaft und berichtet über verschiedene Ereignisse und Umstände, in denen Frauen unfair behandelt werden oder Großartiges bewegt haben. Wie etwa, als 1975 neun von zehn Frauen in Island in den Streik traten und damit die Wirtschaft des Landes für einen Tag lahmlegten.

Abschalten

Vielen Menschen hilft es, beim Einschlafen jemandem zuzuhören. Hörspiele und Hörbücher sind da ein beliebtes Mittel der Wahl, aber auch Podcasts eignen sich prima als Einschlafhilfe. Das weiß auch Tobias Baier, der in seinem „Einschlafen Podcast“ regelmäßig über alltägliche Dinge aus seinem Leben schwadroniert. Dabei geht es um Kant, Buchvorstellungen, Urlaubsberichte, Kant, Erläuterungen, wie genau HTTP funktioniert und Kant. Mag manchmal etwas langweilig klingen, aber schließlich soll man sich auch weniger unterhalten fühlen, sondern viel eher langsam wegschlummern.

Dasselbe Ziel verfolgt der  Podcast „Träumende Tiere“, der von der Tierfilmerin Rosie Koch stammt. Sie erklärt anfangs, dass sich Tiere manchmal so sehr an die Anwesenheit eines Filmteams gewöhnen, dass sie einschlafen. Für die Kamera sind schlafende Tiere uninteressant, aber das Schnarchen, Schmatzen und Grummeln, das die Tiere dabei machen, sind so beruhigend, dass sich diese Geräusche wunderbar als Einschlafhilfe eignen. So kann man mit jeder Folge zu dem Sound eines schlafenden beziehungsweise träumenden Tieres einschlafen. In diesem Sinne: Gute Nacht!

Reclaim the streets: Finale der Cannes Lions PR-Jury-Arbeit

Am Sonntag, 18. Juni 2017, stand der schwerste, aber auch interessanteste Teil der PR-Jury-Arbeit in Cannes bevor. Es ging um die Edelmetalle. Als Jury sorgten wir dafür, dass etliche Kreative einen Löwen als Frucht ihrer Arbeit nach Hause nahmen. Wir sind die Gärtner im Garten Eden der Löwen am Wegesrand einer herausragenden Pilgerfahrt. Doch genug der Pilger-Analogie. Sie hat etwas Symbolik gebracht – doch ab nun stelle ich sie außer Dienst. Zeit für Fakten.

2.300 Einreichungen in der PR-Kategorie

In sechs intensiven Jurytagen wählten wir aus tausenden Einreichungen – 2.300 genauer gesagt – jene 228 Kampagnen aus, die etwas über die PR 2017 aussagen sollen. 44 Prozent der Shortlist erhielten eine Trophäe. Aus 74 deutschen Einreichungen fanden acht einen Weg in die Shortlist. Traditionell waren die USA auch 2017 das stärkste Einreicherland.

Um aus dem Zahlenwerk einen Eindruck der Juryarbeit zu geben, hilft eine schlichte Zeitrechnung: Jede Einreichung ansehen – zwei Minuten. Diskussion, Abstimmung und Ergebnis – zehn Minuten. Das geschah in drei Tagen der Shortlistvorbereitung, bis die Verweildauer je Einreichung explodierte. Zum Ende hin waren es rund 30 Minuten je Kategorie-Sieger.

Am Finaltag hatten wir gegen 15.00 Uhr gerade mal die Hälfte der Nominierten durch und schon zwei Drittel der Trophäen „verbraucht“, die durchschnittlich bei den PR-Lions vergeben werden. Nach 20.00 Uhr waren wir bei den letzten Kategorien angelangt, danach folgte eine weitere Bewertungsrunde der Preisträger. Die Regeln waren recht verbindlich: Keiner darf „heruntergestuft“ werden, allerdings konnte durch ein Plädoyer oder eine Diskussion eine Trophäenklasse verbessert werden. Ab 22.00 Uhr hatte ich aufgegeben an einen geruhsamen Schlaf zu denken. Um 2.30 Uhr waren wir fertig.

Wir waren uns einig

Nach sechs Tagen fühlte sich die Jury sehr nah an. Da ich öfter mal erwähnte, dass ich überraschende Erscheinungen genutzter Medien – wie Klopapier oder Wartenummern – als intelligent befinde, galt ich nunmehr als „Mr. New Media“. I like. Andersherum ahnte ich längst, wie die meisten Juroren dachten: Ich konnte nach einer Wortmeldung die Gegenrede quasi wörtlich „mitdenken“. Harmonie wäre ein zu milder Begriff. Ich würde einfach sagen: Wir waren uns einig.

Für viel Diskussionsstoff allerdings sorgten immer wieder die Zahlen, mit denen die Einreichungen zu punkten versuchten. Es ging dabei um teils irrsinnige, unbestimmte Metriken wie „Reach“ oder das Gruselwort „Impressions“. Das schmerzte insbesondere, da es in der PR eine besonders wichtige Rolle spielt, welche Ergebnisse erzielt werden. Und zwar in Konsistenz zu den benannten Zielen. Hier könnten die PR-Einreichungen per se zulegen. Hoffentlich ab 2018!

Die PR „zurückgeholt“

Fazit: Was hat nun die PR 2017 aus Cannes mitzunehmen? It’s not the glam, it’s storytelling! Sei es eine Produktvariation, die eine bessere Geschichte als das Hauptprodukt erzählt, ein Prototyp, der nur für die PR geschaffen wurde oder ein neuer Blick auf das eigene Produkt. Das war unter vielen Markeneinreichern der neue Erzählstrang. Etwas anders verhielt es sich bei den sehr zahlreichen Charity-Einreichungen. Doch auch hier gilt: Eine engagierte Kampagne ist noch keine Geschichte! So relevant sie sich für unser Mitgefühl auch auswirkt.
Ich glaube, es ist uns als Jury insbesondere gelungen, aus den tollen Kampagnen jene zu identifizieren, die es nicht nötig haben, PR neu definieren zu müssen. Wir haben die PR schlicht „zurückgeholt“. Storytelling, Branded Content und Content Marketing – all das schwirrt seit Jahren durch jede Hauptkategorie in Cannes. In diesem Jahr, so hoffe ich, konnten wir die Straße zurückerobern.

Und so ist unser gemeinsamer Schlachtruf in der PR-Lions-Jury: Reclaim the streets!

Statistik

  • Gesamtzahl der PR-Einreichungen: 2.300
  • Shortlist: 228 gesamt, 8 Platzierungen aus Deutschland (von 74 deutschen Einreichungen = 4%)
  • 2016 waren es 83 Einreichungen

Trophäen

  • Gesamt: 100 (2016: 83)
  • 50x Bronze (+ 25% im Vergleich zu 2016), 32x Silber (+ 14% im Vergleich zu 2016), 18x Gold (= 2016)
  • Deutschland: 2x Bronze

Zucker. ist… back!

Nachdem unser „Zucker. ist“-Fragebogen sage und schreibe fünf Jahre nicht mehr ausgefüllt wurde, ist es an der Zeit, mal wieder ein paar Zucker.Schnuten vorzustellen.

Unsere langjährigen Zucker.Kolleginnen Jennifer, Kathy und Jelka sind dem täglichen Agentur-Wahnsinn seither treu geblieben. Doch natürlich gibt es mittlerweile zahlreiche „neue“ fleißige Bienchen, die unseren Server täglich zum Brummen bringen. Den Anfang macht Christina – Weltenbummlerin und Indie-Fan.

Wintertristesse Adé!

Endlich: Sommer, Sonne, Sonnenschein. Sehnsüchtig haben wir auf ihn gewartet, den Sommer. Doch ist er einmal richtig da, gibt es gleich eine Reihe an Begleiterscheinungen, die Kolleginnen und Kollegen im Agenturalltag vor eine Herausforderung stellen. 🙂 

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Ein Spritz in der Feierabendsonne – herrliche Abkühlung. Wer kennt es nicht? Doch: Wo bleibt bei dieser Hitze die Abkühlung im Büro? Wir haben einmal bei den Zucker-Mitarbeitern nachgefragt, womit sie sich die hochsommerlichen Tage im Office erträglicher machen.

Mitarbeiterin Lena schwört auf die kühle Brise ihres praktisch per USB-Anschluss nutzbaren Tisch-Ventilators, der dieser Tage tatkräftig in Betrieb genommen wird.

 

Eine Portion Frische-Kick gefällig? Anna vertraut hier auf die Abkühlung aus der Sprühflasche und teilt die sommerliche Erfrischung ihres Wasser-Sprays gern mit allen Kollegen, die zwischen Medienkontakt und Eventplanung ins Schwitzen geraten.

Auch hilfreich: Offenes Schuhwerk, damit unter dem Schreibtisch nicht die Füße qualmen. Ganz Lifestyle-Agentur beweisen die Zucker.-Mitarbeiter hierbei modisches Gespür und sorgen für ein abwechslungsreiches Fashion-Programm von Birkenstock bis Badelatsch.

 

„All scream for ice cream“ – Denn wenn nichts anderes hilft, hilft ein kühles Eis immer! Deshalb gehört für Christina diese Abkühlung zum Sommer wie das kühle Radler zum Feierabend.

Und bis es soweit ist: Nicht verzagen, Kopf ins Gefrierfach & auf den baldigen Feierabend am See freuen!

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Zucker. wünscht allen einen schönen Sommer!

Es wird härter: Zweite Phase der Cannes Lions PR Jury-Arbeit

Seit drei Tagen arbeiten wir uns in kleinen Gruppen durch hunderte Einreichungen für eine erste Version der Shortlist. Nun beginnt der schwerste Teil unseres Weges. Mit dem heutigen Freitag sitzen 21 PR-Profis zusammen und gehen die besten Kampagnen der ersten Runde erneut durch.

Was bedeutet PR in 2017?

Anders ist vor allem der Umfang: Mehr als das Doppelte gilt es an einem Tag zu bewerten. Und so ist dieser Tag lang. Zunehmend fallen ungeahnte Herausforderungen auf. Insbesondere frage ich mich, wer die einzelnen Subkategorien definiert hat. Neben FMCG gibt es „Durable Consumer Goods“. Die Kategorie „Business Citizenship“ gibt es einmal als Version „CSR“ und einmal als Version „Environmental“. Non-Profit löst sich gefühlt in fünf weiteren Kategorien auf. Die Abgrenzung fällt schwer. Folge ist, dass manch gute Kampagne durch die Kategorie-Eingrenzung nicht mehr passt.

Aber das ist alles kein echtes Problem verglichen mit jenem, was alle hier zu beschäftigen beginnt. Und das ist die Suche nach der Antwort auf die Frage: „Was bedeutet PR in 2017?“

Ich wage eine Zusammenfassung der beiden stärksten Strömungen: Gilt es, die PR heute neu zu definieren? Oder gilt es, den Platz der PR in der Kommunikationswelt zu behaupten?

Quelle der Diskussion sind hunderte Einreichungen, die eindeutig Marketing bzw. Werbung sind und via eingekaufter Multiplikatoren – sprich: Influencer – auf enorme Reichweiten kommen. Dies mündet oft in dem Glauben, Reichweite sei Relevanz. Demgegenüber betonen Case-Filme, sie hätten keinen (!) Influencer einkaufen müssen.

Es ist beruhigend, dass ein sehr großer Anteil der Einreichungen vor allem PR ist und bleibt, das heißt: exzellentes Storytelling aus einer sehr guten, cleveren Idee heraus.

Einige der besten Kampagnenmacher gehen dafür einen Schritt weiter: Nicht das eigentlich zu kommunizierende Produkt oder Unternehmen steht im Themenfokus, sondern es wird ein Produkt dafür geschaffen. Hieraus entwickeln die Kommunikatoren ihre Geschichte. Ein interessanter Ausblick.

Das Pilgern geht weiter

Samstag und Sonntag werden die intensivsten Tage, so erzählen die erfahrenen Juroren. Bevor wir also den heiligen Gral bzw. Grand Slam und Edelmetalle vergeben, steht eine spannende Diskussion an. Zwei Tage ohne Sonne – und mittlerweile verteilte Decken für die engagiert kühlende Klimaanlage (!) – 21 Juroren aus 18 Ländern mit zwei bis 20 Meinungen.

Doch nichts kann einen wahren Pilger schocken.
Was passiert noch so in Cannes? Den ersten Artikel von der Côte d’Azur gibt es hier.

Ein Pilgerweg durch das Heilige Land der weltweiten PR-Champions

Eigentlich wollte ich in diesen Wochen auf dem Jakobsweg pilgern. Eigentlich. Stattdessen wird mir die große Ehre zuteil, als Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Zucker. in der PR-Jury der diesjährigen Cannes Lions zu sitzen. So die Zeit es erlaubt, werde ich zwischen stundenlangen Sitzungen in klimatisierten Meetingräumen auf unseren Agentur-Socials berichten. Auch davon, weshalb meine Jurytätigkeit an der Côte d’Azur zu einer Pilgerreise der anderen Art mutiert.

Jury-Arbeit für die Cannes Lions beginnt

Begegnet man der Juryarbeit in Cannes wie einer Pilgerreise, so ist das anfangs wichtigste Gelübde, jene Kampagnen zu finden, die es verdienen, als die heilige Reliquie des diesjährigen Festivals verehrt zu werden. Zeichen dieser Wallfahrt sind die Trophäen. Als Wegbegleiter sind wir Juroren dazu da, den Pfad zu gehen, die relevanten Sehenswürdigkeiten zu kartografieren und später den heiligen Schrein mit all seinen Gold-, Silber- und Bronze-Heiligtümern zu öffnen.

Ab Sonntag dann strömen die Wallfahrer ins verträumte Cannes und machen aus der Croisette einen Laufsteg der Kreativen. Aktuell, an den ersten Tagen der Vorbereitung, ist die Croisette geradezu leer. Ein paar Ferntouristen und die üblichen Sommergäste sitzen in den Cafés, am Strand oder auf einer der Yachten, die man sicher eher nicht mit PR-Arbeit finanziert bekommt.

Wir Juroren dürfen derweil in kleinen Gruppen und stark klimatisierten Meetingräumen unsere selig machende Arbeit verrichten. Nach rund 100 Filmen gestern und 180 Einreichungen heute fällt der Gang zum Meer nicht so leicht. Acht Stunden Kunstlicht verderben einem die erste Stunde in der Sommerhitze von Cannes. Doch wer pilgert, darf nicht klagen.

Erste Eindrücke aus Cannes

Was die 21-köpfige Gruppe erwartet, lässt sich aus Vertraulichkeitsgründen nur in relativen Zahlen ausdrücken: In der PR fanden fünf Prozent aller Einreichungen Eingang. In etwa so viele, wie im letzten Jahr. Diese Menge galt es, schon vor der Cannes-Jury-Woche in einer Vorbewertung online zu reduzieren. Das hat halbwegs gut geklappt, auf uns wartet noch immer eine vierstellige Zahl an Filmen. Diese sehen wir teilweise fünf- bis sechsmal in dieser Zeit. Je näher zum Wochenende, desto hitziger werden Ansatz, Sinn und Wirkung diskutiert.

Am Ende der Woche, am Samstag, sollten maximal zehn Prozent übrig sein, die dann aus einer ersten Shortlist erstmals in die Nähe der Reliquie rücken. Von da an wird es anstrengender, denn bis Sonntag wird die gesamte PR-Jury die begehrten Platzierungen – Bronze, Silber und Gold – auswählen.

Mein erster Eindruck: Diese Wallfahrt ist eine Herausforderung erster Güte. Der Grund ist, dass sich die verschiedenen Religionen nicht ganz einig sind, wie die heilige Disziplin der PR denn nun zuzuordnen ist. Das mag daran liegen, dass die PR erst seit acht Jahren Teil des Cannes Lions-Festivals ist. Die DNA der Cannes Lions ist die Werbung, und so spielt auch die PR mit ihren 42 Subkategorien mit im Chor der werblichen Kommunikation.

Die Pilgerreise findet an anderer Stelle eine nette Analogie: Wir reisen als Fremde durch 77 teils unbekannte (PR-/Werbe-)Länder, die starke Einreichungen präsentieren. Vorneweg warten Lateinamerika mit Peru, Ecuador, Kolumbien sowie auch Indien und der asiatische Raum – einschließlich des noch nicht ganz von der Staatskultur befreiten Vietnam – mit vielen Kampagnen auf.

Was waren Printmedien noch gleich?

Die Machart der Einreichungen ist in einem Punkt sehr eindeutig: Paid Media und Digital sind fester, wenn nicht Kernbestandteil und finden überall in verschiedenen Rollen statt. Quelle großer Reichweiten sind überwiegend die sozialen, nicht die klassischen PR-Medien. Kennt Cannes 2017 überhaupt noch Tageszeitungen und Publikumsmedien? Und so fliegen in jedem dritten Casefilm eine Menge Emojis und Snippets aus Facebook- und Twitterposts über den Screen. „Awesome“, „overwhelming“, „massive sales increasing“ gehören zu den meist verwendeten Begriffen. Alle Kampagnenreichweiten zusammengezählt – es wird sich hier vor allem auf unbestimmte Größen wie „1.2 billion“ (weitere Detaillierung fehlt häufig) oder Impressions bezogen – müsste die Erdbevölkerung im letzten Jahr etwa 2.000 Mal vollständig erreicht worden sein.

Für einen Neuling auf dem Pfad ist die schiere Menge an Einreichungen nur die einer der Nachteile. Der andere ist, dass einem in jeder Kategorie – sei es FMCG, Food, Audience Targeted/Engagement oder Citizenship – reichlich bekannte Grundmuster entgegengeworfen werden. Nicht selten die gleichen Ausschnitte aus der Weltlage des vergangenen Jahres, die als Ausgangspunkt der Kampagnen dienen. Vorneweg: Trump und seine Wahlslogans. Danach folgen über alle Subkategorien hinweg Cannes-relevante Anlässe, wie die Olympischen Spiele (von allen Seiten als Challenge genutzt) und sämtliche Events rund um LGBT. Evergreens, wie Müll – ob im Meer, an Land oder der Luft – sowie Diversity, Hunde und Kinder sind weitere Sujets, aus denen auch wirklich gute Kampagnen zusammengestellt sind. Und Kunst. Überhaupt ist Kunst häufig ein Bindeglied zwischen den benannten Events und Stereotypen.

Zwei Dinge vermisse ich bei den in drei Tagen bewerteten Einreichungen: Echte, reine PR-Stunts, die ohne die genannten Anlässe oder Cannes-Stereotypen auskommen. Und: Die geringe Beteiligung deutscher Agenturen oder Kampagnen. Selbst Peru ist stärker vertreten.

Aber trotz der kleinen benannten Kritik ist Cannes vor allem eine sehr lebendige Plattform einiger herausragender Ideen, denen ich nahezu verehrend meine Votes gebe. Diese sind in neun Punkte geteilt, wir benennen sie als „lines“: rot = „kein Shortlist-Kandidat“, gelb = „könnte diskutiert werden“, grün = „eine Siegerkampagne“.

Und hinter mir liegt erst der Anfang des Pilgerwegs.

Wait for it… Unsere Geschenkideen in allerletzter Minute

Bei unserem Kunden Amazon ist Weihnachten das ganze Jahr über Thema. Seit über einem halben Jahr schreiben wir weihnachtliche Texte, recherchieren die neuesten Trends zu den Festtagen und suchen die perfekten Weihnachtsgeschenkideen. Wir sind somit eigentlich Weihnachtsprofis – eigentlich!

Jetzt sind es noch zwei Tage bis Heiligabend und trotzdem haben einige Kollegen noch keine Geschenke für ihre Liebsten. Dank Amazon kann man bei Gesprächen zu dem Thema ja immer noch sagen „Alles gar kein Problem. Mit Amazon Prime Now kann ich mir selbst an Heiligabend noch Last Minute Geschenke liefern lassen.“ Dieses Jahr kann man sich an Weihnachten per Prime sogar noch schnell einen echten Weihnachtsbaum besorgen. Ok, somit haben wir also noch zwei Tage Zeit, jetzt muss man sich nur noch für die richtigen Geschenke entscheiden. Allen, denen es ähnlich geht, können wir ja mal ein paar Erkenntnisse der professionellen Auseinandersetzung mit Weihnachten mitgeben:

Kosmisch ist dieses Jahr ein ganz großer Trend – ob als Deko auf dem Tisch, als Schmuck am Weihnachtsbaum oder am eigenen Körper. Schimmernde Farben und Materialien, spacige Accessoires und goldene oder metallische Akzente machen den Look aus.

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Mit der Cosmic Diner Serie von Seletti kommt der Trend ganz schnell auf den Tisch oder an die Wand. Und Bloomingville bietet kupferfarbene Anhänger in diversen Formen als Christbaumschmuck.

Und smart soll es dieses Jahr sein! Smart Home ist hier das Stichwort. Vom Bett aus die Kaffeemaschine anmachen – sowas könnte doch was für die morgenmuffelige beste Freundin sein? Ein weiteres cooles Produkt ist die Philips LED Lampe SceneSwitch. Zwar nicht App-gesteuert, aber dafür ganz einfach über den Lichtschalter in drei Stufen dimmbar. Das ist vielleicht auch eine super Geschenkidee für Menschen, die sonst schon alles haben.

Sehr beliebt sind auch selbstgemachte Sachen. Sie zeigen einfach am deutlichsten, dass man sich Gedanken über Geschenke und die zu Beschenkenden gemacht und sich Zeit genommen hat. Inspiration und tolle DIY-Projekte zum Nachmachen findet man zum Beispiel in „Das große Buch vom DIY“ von Emilié Guelpa.

Durch unseren Kunden Blumenbüro Holland wissen wir natürlich auch, welche Blumen und Pflanzen aktuell besonders angesagt sind. Ein Klassiker darf auch dieses Jahr wieder unsere Vasen füllen: die festliche Amaryllis. Und für alle, die es lieber eingetopft mögen, ist die Azalee die Must-have-Pflanze an Weihnachten.

Vielleicht konnten diese Tipps ja noch etwas inspirieren und es gibt nach den Festtagen keine langen Gesichter im Büro, weil man mit leeren Händen bei der Familie stand. Wir wünschen auf jeden Fall ein frohes Fest!

Aus der Psychotrickkiste: Was die PR von der Verhaltensökonomie lernen kann

Warum befinden sich in den Pissoirs der Sportsbar um die Ecke lustige kleine Fußballtore, auf die man zielen kann? Damit die Putzfrauen weniger Arbeit haben! Die menschliche Psychologie trägt bisweilen kuriose Blüten, lässt aber auch hochinteressante Schlüsse über einen angemessenen Umgang mit ihr zu. So geschehen 1999 auf dem Flughafen von Amsterdam, auf dem die Stehpinkler besonders schludrig zielten. Kurzerhand entschied man sich, auf belehrende und nachweislich wenig erfolgreiche Warnhinweise über den Toiletten zu verzichten und lieber kleine Plastikfliegen in den Urinalen zu platzieren, die die Stehpinkler motivieren sollten, auf sie und somit ins Urinal zu zielen statt daneben. Der Erfolg war bahnbrechend, die Toiletten des Schiphol Airport waren sauber wie nie – dank eines simplen psychologischen Tricks. Anstelle eines künstlichen Insekts kann man natürlich auch ein kleines Fußballtor nehmen, die Grundidee bleibt die gleiche.

In der Verhaltensökonomie heißt dieses Phänomen „Nudging“, also „anstupsen“. Man bietet den Menschen, die man erreichen möchte, positive Anreize, genau das zu tun, was sie aus eigener Sicht tun sollten. Ganz ohne Zwang oder Druck, nur mit psychologischen Spitzfindigkeiten und am besten so, dass die Beeinflussten selbst dabei sogar Spaß empfinden. Auf kleine Figürchen zu urinieren ist lustiger als den Boden einer öffentlichen Toilette zu entweihen. Was aber kann eine PR-Agentur mit diesen doch eigentlich fachfremden Forschungsergebnissen aus der Verhaltensökonomie anfangen?

Nudging ist weit mehr als nur ein psychologischer Bauerntrick, Nudging ist ein Trend. Ein Trend, auf den die Politik auch in Deutschland längst aufmerksam wurde, den Unternehmen hierzulande bisher aber weitestgehend ignoriert haben. Dabei bietet das Prinzip des Anstupsens Vorteile für Konzerne und für Kunden gleichermaßen. Agenturen, gerade solche, die sich explizit der Markenkommunikation verschrieben haben, sollten diese Win-Win-Situation als eine ebensolche erkennen und Nudging als komplett neues Tätigkeitsfeld begreifen, auf dem sie sich beweisen müssen. Es genügt nicht länger, die Aufmerksamkeit der Zielgruppe zu erregen, vielmehr muss eine Verhaltensänderung beim Rezipienten bewirkt werden, für die er sich selbst und aus freien Stücken entschieden hat. Eine, die er gerne mitträgt.

Was kann das nun konkret bedeuten? Zu allererst ergeben sich neue und effektivere Chancen, die Botschaft einer Marke zu kommunizieren. PR-Konzepte, die auf „Nudging“ basieren, sind effizienter, weil sie natürlicher wirken und (potenziellen) Kunden keine Meinung aufzwingen, sondern sie sich ihre eigene bilden lassen. Sie sind weiterhin sympathischer, weil die Zielgruppe selbst ein Produkt für sich entdecken kann und ihr die Markenbotschaft subtil vermittelt wird. Zahlreiche Beispiele erfolgreicher Nudging-Kampagnen in der Politik belegen die Chancen, die mit entsprechenden Konzepten verbunden sind, und es kann nur als eine Frage der Zeit verstanden werden, bis eine vergleichbare Entwicklung auch im Bereich der Markenkommunikation zu beobachten sein wird.