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Influencer-Marketing: 1.000 $ für einen Buchstaben

Dass Celebrities, Filmstars und Sportler mittlerweile mit ihrem Tun und Schaffen irrwitzige Summen verdienen, ist uns allen bewusst. Die Grenzen, die jedoch US-Basketballer Lebron James in den vergangenen Monaten niedergerissen hat, lassen uns zugegebenermaßen ein klein wenig sprachlos dastehen. Hier werden nicht nur vom Verein astronomische Summen für seine sportliche Leistung hingeblättert, sondern ebenso von Brands, für die Lebron als gut geölte Werbeikone unter anderem zum Smartphone greift und dann in mageren 140 Zeichen seinen Jüngern essenziellste Weisheiten verlautbart. Werbeverträge auf Lebenszeit von Sportausstattern wie Nike nimmt er übrigens so im Vorbeigehen mit. Handelt es sich hier um eine irrwitzige Entwicklung, die aktuell allein in den kapitalistischen Staaten von Amerika stattfindet oder können wir auch Rückschlüsse auf den Kosmos der deutschen Testimonials, Blogger, Vlogger und Influencer ziehen?

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PONS-Blitz!

Nach dem Vodafone-PR-Schlamassel nenne ich das mal eine kreative Idee: Der Verlag PONS macht auf ganz neue Art und Weise Werbung für seine neues Online-Rechtschreib-Portal, welches nächste Woche offiziell an den Start gehen soll.
„Basic Thinking“, ehemals Primus unter den deutschen Blogs, bekam der PONS Pressestelle per Post ein grünes Schulheft zugeschickt – auf der Vorderseite des Heftes waren handschriftlich Name des Bloggers und des Blogs eingetragen. Im Heft selbst klebte ein ausgedruckter Blogeintrag, der mit ein paar roten Markierungen am Rand versehen war. Daneben befand sich ein handgeschriebener Text, der auf die zahlreichen wie schnellen Veränderung der deutschen Rechtschreibung hinwies und in diesem Zuge einen Testzugang für das neue PONS Online-Rechtschreib-Portal anbot. Zu guter letzt wurde der Blogeintrag noch benotet: eine „2-“ bei vier Fehlern!
Insgesamt sollen rund mehr als 100 Schulhefte dieser Art im A5-Format und grünen Schutzhüllen versendet worden sein. Auch das Layout des Online-Rechtschreib-Portals ist im traditionellen Schuldesign gehalten: die Login-Daten stehen auf einem rosafarbenen Löschblatt.
Ich finde die Aktion einfallsreich, persönlich und transparent. Quasi drei Dinge auf einmal, die heutzutage nicht mehr selbstverständlich sind. Zudem passt die Idee super zum Unternehmen und weckt ein scheinbar in Vergessenheit geratenes Kommunikationsinstrument wieder zum Leben: den Brief!

Ein Beispiel missglückter Öffentlichkeitsarbeit liefert derzeit der Telekommunikationsanbieter Vodafone. Mit der Kampagne „Generation Upload“ erzeugte das Unternehmen besonders in der Blogosphäre Negativreaktionen. Der Vodafone-Spot „Es ist Deine Zeit“ hat nach Meinung vieler Blogger, überhaupt nicht verstanden, was Web 2.0. in den Grundzügen bedeutet. Besonders die Auftritte von Top-Bloggern wie Sascha Lobo und Schnutinger (die wegen der Negativwelle mittlerweile mit dem Bloggen aufgehört hat), die der potentiellen Zielgruppe die „Generation Upload“ vermitteln sollen, sorgen für Empörung. Der Vorwurf: Vodafone kauft sich mit der Akquise von vermeintlichen Top-Bloggern Meinungen ein – ein No-Go im hierarchielosen Web 2.0.

Ich persönlich finde den Spot schlicht und ergreifend langweilig. Da wurde viel zu sehr versucht auf eine Welle aufspringen, mit der man eigentlich nichts zu tun hat. Ein „Möchtegern-Clip“ oder wie das alte Sprichwort sagt: „Schwarzbrot auf Torte getrimmt.“

Von Beruf Blogforscher

John Kelly, extra eingeflogen aus N.Y., hat heute Vormittag den Besuchern der re:publica gezeigt, was man so macht, wenn man Blogforscher von Beruf ist… Man untersucht die Blogosphären verschiedenster Länder auf Themenschwerpunkte und Verlinkungsverhalten. Die kunterbunten Grafiken haben versucht, das zu visualisieren.

Interessant, wie unterschiedlich die Strukturen in den einzelnen Ländern sind. Das erste Foto zeigt, dass die russische Blogosphäre aus einzelnen Interessengruppen besteht, die untereinander nicht wirklich verlinkt sind. Laut Kelly ist der Grund dafür, dass in Russland die Mainstream-Medien keine verbindende Rolle einnehmen, wie z.B. in Deutschland, wo die gesamte Blogosphäre unglaublich oft auf Medien wie Spiegel Online oder Zeit Online verweist.