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Unternehmen und Social Media: professionell mit Luft nach oben

Der Umgang von Unternehmen mit sozialen Medien wird weltweit immer professioneller, wie die Social-Media-Management-Plattform Hootsuite im ersten globalen Barometer Report zur Social-Media-Nutzung herausgefunden hat. US-Unternehmen haben ihren „traditionellen“ Vorsprung dabei in weiten Teilen eingebüßt. Für den Report wurden mehr als 9.000 Kunden, Partner und Prospects nach dem Stand ihrer Social-Media-Aktivitäten befragt.

Auch hierzulande haben die Unternehmen dem Report zufolge vielfach ihre Hausaufgaben gemacht oder befinden sich zumindest auf einem guten Weg. Deutsche Unternehmen setzen soziale Medien dabei weiterhin vor allem zum Markenaufbau und zur Imageverbesserung ein, Facebook & Co. stellen jedoch mittlerweile auch einen immer wichtigeren Vertriebs- und Recruiting-Kanal dar. Seltener dagegen wird Social Media im Kundenservice und bei der internen Unternehmenskommunikation eingesetzt.

Grafik: Hootsuite Barometer Report 2018

Das alte Lieeid: Social Media und der ROI

Der Report zeigt aber auch, dass soziale Medien hierzulande noch zu wenig strategisch eingesetzt werden. Zwar verfolgten Unternehmen mit ihrem Einsatz meist eine Vielzahl von Zielen, die ganze Bandbreite möglicher Nutzungsarten werde aber bislang nur selten systematisch eingesetzt. Eine Folge davon ist unter anderem ein weitgehendes Fehlen einer methodischen Messung das Anteils von Social Media am Unternehmenserfolg: Nur jedes fünfte Unternehmen in Deutschland misst den ROI seiner Social-Media-Aktivitäten und rund die Hälfte hat noch immer Probleme, Daten aus Social-Media-Aktivitäten auszuwerten.

Gerade im Top-Management bleiben Sinn und betriebswirtschaftlicher Nutzen der Social-Media-Aktivitäten so häufig unklar. Und das mit Folgen: Mehr als ein Drittel der Befragten gab an, dass die Führungsetage die Social-Media-Arbeit nicht oder nur unzureichend unterstützt. Vorbehalte des Managements gegenüber sozialen Medien scheinen dabei mit zunehmender Unternehmensgröße ebenfalls zuzunehmen.

Die mangelnde Unterstützung zeigt sich vor allem darin, dass vielfach zu wenig Personal explizit für die Social-Media-Arbeit abgestellt wird – und das obwohl die Unternehmen der Umfrage zufolge ihre Auftritte in sozialen Medien mit großer Mehrheit intern managen lassen. Nur knapp jedes zwölfte Unternehmen sourct die Arbeit ganz oder teilweise an externe Dienstleister aus.

Grafik: Hootsuite Barometer Report 2018

Facebook weiterhin vorne

Allen Datenskandalen und Abgesängen zum Trotz bleibt Facebook weiterhin unangefochten an der Spitze der von Unternehmen genutzten Kanäle: 93 Prozent der befragten Firmen sind auf dem Zuckerberg-Network am aktivsten, gefolgt von Twitter (73%), Instagram (73%) und YouTube (67%). Es folgen die Business-Netzwerke LinkedIn (51%) und Xing (49%) sowie Google+ (37%). Vom Snapchat-Hype bleibt Deutschland bislang unbeeindruckt: Nur fünf Prozent der Unternehmen nutzen den Kanal, in den USA sind es immerhin 13 Prozent.

Wenig verwunderlich ist, dass z.B. Instagram im B2C-BBereich falls doppelt so häufig genutzt wird wie im B2B-Bereich, wohingegen Xing und LinkedIn vor allem im B2B-Bereich punkten.

Unter den von Unternehmen professionell eingesetzten Messenger-Diensten liegen hierzulande WhatsApp und der Facebook Messenger mit 21 bzw. 20 Prozent fast gleichauf, der chinesische Platzhirsch WeChat spielt mit einer Nutzungsquote von ein bis zwei Prozent in Deutschland keine Rolle.

Grafik: Hootsuite Barometer Report 2018

Influencer Marketing insgesamt noch selten eingesetzt

Fast ein wenig überraschend dagegen dürfte die Erkenntnis des Reports sein, dass die Hype-Disziplin Influencer Marketing keineswegs zum Standardrepertoire deutscher Unternehmen gehört: Lediglich jedes vierte B2C-Unternehmen setzt auf professionelle Influencer Relations, im B2B-Bereich sogar nur jedes achte.

In der Breite noch gar nicht durchgesetzt hat sich das „Social Selling“ bzw. „Social Commerce“, das lediglich von 15 Prozent der Unternehmen professionell betrieben wird.

Zeitmangel, Nutzenberechnung und Budget größte Herausforderungen

Dass die Nutzung sozialer Medien im Unternehmenskontext immer noch ein recht junges Feld ist, zeigen die Kinderkrankheiten, mit denen sie nach wie vor zu kämpfen hat. Der Zeitmangel als größte Herausforderung sowie das fehlende Budget als viertgrößtes Hemmnis zeigen, dass die Social-Media-Arbeit von Unternehmen noch immer nicht mit ausreichenden Kapazitäten ausgestattet ist. Nicht zuletzt aus dem Fehlen von Zeit und Geld ergeben sich weitere Problemfelder wie mangelndes Know-how, das unzureichende Messen und Analysieren der eigenen Aktivitäten sowie die Überführung dieser Erkenntnisse in Strategien und Maßnahmen. Kein Wunder also, wenn eines der Fazits des Reports trotz einer insgesamt positiven Entwicklung lautet:

„Wenn sich Deutschland im internationalen Vergleich nicht noch weiter abhängen lassen will, wird es Zeit, Social Media auf eine solidere Basis zu stellen. Hier ist das Management in der Pflicht. Deutsche Führungskräfte müssen begreifen, dass erfolgreiche Social Media-Arbeit sowohl Zeit als auch Geld kostet. Social Media ist heute Aufgabe des Managements.“

Den kompletten Report könnt ihr hier anfordern.

Influencer & Co: Das sind die Medientrends 2018

Trends kommen und gehen. Im Grunde genommen sind sie nichts anderes als eine Veränderungsbewegung, die längerfristig und nachhaltig etwas bewirkt. Trends finden sich in den unterschiedlichsten Bereichen – von der Ökonomie über die Politik bis zur Konsumwelt. Manche setzen sich fort. Andere verschwinden in der Versenkung. 

Nun ist das Jahr 2018 nicht mehr ganz jung. Dennoch haben wir uns mal angeschaut, welche Trends der Kommunikationsbranche sich in diesem Jahr fortsetzen werden und möglicherweise mehr sind als ein flüchtiges Zeitgeistphänomen.

1. Influencer Marketing

Unser täglicher Umgang mit Influencern und digitalen Meinungsführern zeigt: Influencer Marketing ist bereits ein fester Bestandteil in unserem Agenturalltag. Die Kollegen von Horizont.net bestätigen „Die Disziplin ist längst im Mainstream angekommen.“ Demnach wird der Markt in der DACH-Region jährlich um rund 20 Prozent zulegen. Der größte Umsatz wird mit der Vergütung von gesponserten Postings erzielt. Instagram und YouTube zählen dabei noch immer zu den wichtigsten sozialen Netzwerken.

Einzig der Begriff an sich scheint ein wenig auf dem absteigenden Ast zu sein. Zumindest auf der Influencer-Konferenz Inreach war man sich Ende letzten Jahres sowohl vor als auch auf der Bühne einig, dass man doch besser von Influencer Relations sprechen sollte. Sehen wir auch so.

2. Bewegtbild

Aus den sozialen Netzwerken ist Video Content nicht mehr wegzudenken. YouTube hat mehr als eine Milliarde Nutzer, Instagram Stories 250 Mio. und auf Facebook werden täglich mehr als 100 Mio. Stunden Videos konsumiert. Bewegtbild ist auch in 2018 weiter auf dem Vormarsch. Für unsere Kunden bedeutet das, dem Konsumenten zum richtigen Zeitpunkt, die richtigen Inhalte im richtigen Format auf dem richtigen Kanal anzuzeigen.

3. Internet der Dinge

Das „Internet der Dinge“, kurz IoT, steht für die zunehmende Verknüpfung vom Internet mit Gegenständen. Smarte Geräte halten Einzug in den Alltag. Vom app-gesteuerten Wasserkocher bis hin zu smarten Geräten zum Anziehen, die so genannten Wearables. Sportarmbänder, Smart Watches oder Fitnesskopfhörer sind nur einige Beispiele für die immer beliebter werdenden Wearables. Laut Marktforschung wird es 2018 weltweit bereits rund 11 Milliarden vernetzte „Dinge“ geben. 

4. Künstliche Intelligenz

Darf man diversen Quellen glauben schenken, ist 2018 das Jahr der künstlichen Intelligenz. Unternehmen sammeln immer mehr Daten mit dem Ziel, daraus Wissen und tiefere Einsichten zu gewinnen und bessere Entscheidungen zu treffen. Laut Pressesprecher wird künstliche Intelligenz „vom Newbie zum Mainstream für Marketing und Kommunikation“ – wohl nicht zuletzt wegen elektronischen Assistenten wie Alexa und Siri, die zur weiteren Verbreitung beitragen werden.

5. Virtual & Augmented Reality

Die virtuelle Wirklichkeit hat sich als fortwährender Trend etabliert. Mithilfe von virtuellen Erlebnissen lässt sich eine einzigartige User Experience entwickeln. Dazu zählt auch das virtuelle Erleben von Produkten und Erlebnissen vor dem Kauf.

Augmented Reality blendet digitale Elemente ins Sichtfeld der Smartphone-Kamera ein und verbindet sie mit der realen Welt. So haben sich auch Snapchat-Filter, Facebook & Co in den letzten Jahren heimlich in unseren Alltag geschlichen. 2018 können wir davon ausgehen, dass die Zahl der Menschen, die AR nutzen werden, weiter ansteigt.

U don’t say? – Die Abgründe der Influencer Relations

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Keine Frage, Blogger und Influencer sind für uns PRler eine wichtige Ergänzung zu den tradierten Medien. Oft sind ihre Kooperationsbeiträge schöner und innovativer als die Advertorials der bekannten Verlage, bei manchem Blogger werden Stylisten, Fotografen wie Trendwatcher ganz grün vor Neid und bekannte Blogs mausern sich zu Blogazines, die schnell relevanter sind als ihre alteingesessenen Konkurrenten. Doch es gibt auch die andere Medaillenseite: Influencer, die zwar content- und reichweitenmäßig ganz vorne dabei sind, mit dem „daily business“ aber nicht hinterher kommen. Oder auch Neu-Instagrammer und Blogger, die vom Leben ihrer erfolgreichen Kollegen träumen, jedoch nicht einsehen, dass ihre Preise nicht dieselben sein können. Wir könnten die Beschreibungen ewig weiterspinnen, teilen mit euch aber lieber ein paar Auszüge aus nervenaufreibenden Influencer-Konversationen. „Zitate sagen mehr als tausend Worte“… oder so.

Influencer Relations Bullshit Bingo – Agentur Edition

„Eine Steuernummer habe ich bisher noch nie gebraucht.“ (Was steht denn auf deinen anderen 300 Rechnungen?)

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„Ich mache nur Kooperationen, die ich persönlich vertreten kann.“ (Besonders gerne mit konkurrierenden Firmen direkt hintereinander.)

„Ich kennzeichne alle meine Kooperationen.“ (Und was ist mit der Schleichwerbung auf Snapchat?)

„Mein Blog ist noch im Aufbau.“ (Hat keine Reichweite.)

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„Wann sollte der Beitrag nochmal online gehen?“ (Heute!)

„Stimmt, die Instagram-Verlinkung hab ich vergessen, aber kann ich ja jetzt noch hinzufügen.“ (7 Stunden später)

„Das Briefing habe ich nicht erhalten.“ (Doch, zweimal.)

„Vorabansichten schränken mich zu sehr ein.“ (Stellt Beitrag einfach online.)

„Schick es doch mit den Fehlern schon mal zum Kunden, dann muss ich es nicht zweimal ändern.“ (Klar, deswegen kriegt der unsere Pressemitteilungen auch immer ohne Lektorat.)

„Es würde mich freuen, wenn Sie an einer Kooperation o. Ä. interessiert wären.“ (O.Ä.? Schlüpper, Eis, Babyelefanten?)

„Mir wurde empfohlen, mich an Agenturen zu wenden, um Influencer zu werden.“ (Ja, wir machen aus dir einen Star!)

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Wer sich an das Influencer Relations Bullshit Bingo von den Blogrebellen erinnert fühlt: Ja, vielleicht ist das ein kleiner Agentur-Gegenschlag für eure miesepetrigen Kästchen. Eigentlich haben wir uns damals aber gar nicht angesprochen gefühlt: Wir arbeiten schließlich seit Jahren erfolgreich mit Bloggern bzw. „Influencern“ zusammen. Und natürlich ist es nicht immer so wie oben beschrieben. Viele von euch sind uns sehr ans Herz gewachsen ❤

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